Queen Elizabeth II.

Queen Elisabeth II. - © APAweb / Reuters, Henry Nicholls
Queen Elisabeth II. - © APAweb / Reuters, Henry Nicholls

Irgendetwas muss man richtig gemacht haben, wenn man seit 66 Jahren Staatsoberhaupt eines Landes ist. Gut, es kann zu einem Minimal-Anteil vielleicht daran liegen, dass die Einwohner in einer Monarchie keine Wahl haben. Aber jüngste Umfragen haben wieder einmal gezeigt, dass Queen Elizabeth II. bei ihren Untertanen durchaus beliebt ist. Aber macht sie das zu einer mächtigen Frau? Besteht ihre Macht aus mehr als Repräsentation in wahlweise Pastell oder Kronjuwelenglanz? Gerade in der für die Briten historischen Brexit-Situation sehen viele in der 92-jährigen Königin eine stille, aber (einzig?) besonnene Mitwirkende – wenn sie das in ihrer beschränkten politischen Funktion höchstens im Hintergrund sein kann. Vielleicht ist das aber nur Wunschdenken, das von der Autorität der Weisheit des Alters inspiriert ist. Wobei: Trug nicht die Queen kurz vor der Brexit-Abstimmung einen blauen Hut mit gelben Blumen – der flugs als Symbol für die EU-Flagge interpretiert wurde? Der Queen "passiert" kein Hut. Darauf kann man sich verlassen. Eine Qualität, die in der heutigen Politik so rar wie attraktiv ist. (cb)

Christine Lagarde

Christine Lagarde - © APAweb / AFP, Don Mackinnon
Christine Lagarde - © APAweb / AFP, Don Mackinnon

Als Teenagerin hat sie eine Bronzemedaille im Synchronschwimmen ergattert. Die Sportart habe sie gelehrt, "die Zähne zusammenzubeißen und dabei zu lächeln", sagt Christine Lagarde. Sie ließ sich nicht von jenen Steinen abschrecken, die ihr das Patriarchart im Generellen und Frankreich im Besonderen in den Weg gelegt hat. Zu einer Zeit, als in Frankreich alles US-Amerikanische als besonders vulgär galt, machte sie dort ein Auslandsjahr. Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich scheiterte die Juristin zweimal an der Aufnahmeprüfung für den Beamtenstand und als sie sich in der Privatwirtschaft umsah, wurde ihr beschieden, dass sie als Frau niemals Partner in einer französischen Kanzlei werden könne. Daraufhin ging sie wieder in die USA, wo sie geschäftsführende Partnerin und Komitee-Vorsitzende der Kanzlei Baker & McKenzie wurde. Aus dieser Zeit rührt auch der Titel, mit dem sie sich noch immer, nunmehr als IWF-Chefin seit 2011, ansprechen lässt: "Madame Chairman". Syntax, erklärte sie, ist nicht das Kampffeld, auf dem der Feminismus gewinnen oder verlieren wird. (wak)