Fatou Bensouda

Fatou Bensouda - © APAweb / AFP, Peter Dejong
Fatou Bensouda - © APAweb / AFP, Peter Dejong

Dass sie dort ist, wo sie ist, hat Fatou Bensouda nicht irgendeiner Gnade der Geburt zu verdanken, sondern ihrem Können und harter Arbeit. Sie wuchs in Gambia auf – als sie die Schule abgeschlossen hatte, gab es in dem kleinen westafrikanischen Staat noch keine Universität. Sie erhielt ein Stipendium, um in Nigeria zu studieren.

Damit begann ihre juristische Laufbahn, die sie in der Folge zur UNO nach Malta führte, zur Justizministerin ihres Landes und Rechtsberaterin des Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda werden ließ. Am 12. Dezember 2011 wurde sie schließlich zur Chefanklägerin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gewählt, der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt und auch schon Staatschefs wie etwa Sudans Herrscher Omar al-Bashir angeklagt hat.

Damit ist sie eine der weltweit einflussreichsten Juristinnen. Bensouda sucht nicht die Öffentlichkeit, ihre Arbeit verrichtet sie unbeirrt und zielstrebig. "Wir wollen Gerechtigkeit", sagt sie. "Kein Verbrecher darf vor Verfolgung sicher sein." (klh)

Kylie Jenner

Kylie Jenner  - © APAweb / AFP, Valerie Macon
Kylie Jenner  - © APAweb / AFP, Valerie Macon

Die zweitreichste Frau der USA - wer könnte das wohl sein? Vielen wird ihr Name nicht sofort geläufig sein. Das mag an ihren überschaubaren Lenzen liegen - 21 Jahre ist sie erst jung. Oder auch daran, dass sie aus einer jener Familien stammt, die man dank ihres Reality-TV-Hintergrunds in der Relevanzpriorität nicht weit oben reiht - denn Kylie Jenner entstammt dem Kardashian-Clan, ist die Tochter von Transgender-Aushängeschild Caitlyn Jenner. In nur drei Jahren hat die junge Frau ein Milliarden-Dollar- Unternehmen auf die Beine gestellt. Eben hat sie einen mächtigen Mann – Mark Zuckerberg – in einer bisher nicht weiblich besetzten Rolle abgelöst: als jüngste Selfmade-Milliardärin. 128 Millionen Menschen folgen ihr auf Instagram, dem Sozialen Medium, mit dem sich Jenner an ihre Kunden wendet. Und womit macht Kylie Jenner ihr Geld? Mit Kosmetik. Ihr Instagram-Account ist nichts anderes als ein Katalog ihrer Produkte und den dazwischen gestreuten Bild-Beweisen, dass ein geschönter Teint auch zum makellosen Privatleben beiträgt. Junge Frauen glauben ihr das auch im Jahr 2019 allzu gern. (cb)

Siri, Alexa und Co.

Siri, Alexa und Co. - © Wiener Zeitung / Mozi
Siri, Alexa und Co. - © Wiener Zeitung / Mozi

Fragt man das Sprachassistenzprogramm Siri, ob es eine Frau sei, wird man überrascht: "Lass dich durch meine Stimme nicht täuschen: Mir wurde kein Geschlecht zugewiesen." Der interaktive Lautsprecher Alexa antwortet hingegen: "Ich sehe mich als weiblich. In Stromkreisen würde man sagen: Ich bin Frauenpower aus der Steckdose." Was für die meisten Sprachassistenten gilt: Sie sind voreingestellt mit weiblichen Stimmen ausgestattet. Diese würden als angenehmer empfunden und besser verstanden, lautet das Argument dafür. Dass diese dadurch meist als virtuelle Frauenfiguren wahrgenommenen Helfer eine vor allem zukünftige Mächtigkeit haben, ist unumstritten, sammeln sie doch für ihre Hersteller unaufhörlich Daten, die während ihrer Benutzung anfallen – und hoffentlich nur dann. Die Tatsache, dass diese modernen Assistenten als weiblich wahrgenommen werden, schreibt aber auch Rollenbilder weiter fort ins Bewusstsein kommender Generationen. Hilfe, Obsorge, Auskunft und Service bleiben weibliche Attribute. Die Dienstmagd wird auch in der digitalen Welt kein Knecht. (jubel)