Das Nuklear-U-Boot K-150 Tomsk - © Foto: Screenshot
Das Nuklear-U-Boot K-150 Tomsk - © Foto: Screenshot

Moskau. Der jüngste Unfall in der russischen Atom-U-Bootflotte ist offenbar doch nicht so glimpflich abgelaufen wie zunächst mitgeteilt. Wie die staatlichen Ermittler am Dienstag mitteilten, wurden 15 Seeleute mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem auf dem atomar angetriebenen U-Boot "Tomsk" bei Reparaturen in einer Werft im Hafen der russischen Pazifikstadt Bolschoi Kamen nahe der Stadt Wladiwostok ein Feuer ausgebrochen war.

  Die russische Pazifikflotte hatte am Montag zunächst mitgeteilt, es sei niemand verletzt worden. Auch in einem Bericht des Verteidigungsministers Sergej Schoigu an Präsident Wladimir Putin wurden keine Verletzten erwähnt. Ein Putin unterstellter Untersuchungsausschuss berichtete nun aber von 15 verletzten Soldaten, ohne Einzelheiten zu nennen. Es würden strafrechtliche Ermittlungen wegen des Brandes geführt, was in Russland nach so einem Zwischenfall die Regel ist.

Unfälle und Brände

  Das Feuer brach nach Militärangaben am Montag bei Schweißarbeiten aus und konnte erst nach fünf Stunden gelöscht werden. Schoigu teilte Putin mit, dass die normalerweise an Bord befindlichen Raketen vor den Reparaturarbeiten entfernt worden waren. Nach Angaben der Werft waren die beiden Atomreaktoren abgeschaltet. Radioaktive Strahlung sei nicht freigesetzt worden.

  Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab es auf russischen Atom-U-Booten mehrmals Unfälle und Brände, die zum Teil katastrophal endeten. Beim Untergang der "Kursk" in der Barentssee im Jahr 2000 starben alle 108 Besatzungsmitglieder. 20 Menschen kamen 2008 auf der "Nerpa" durch Feuerlöschgas um. 2011 wütete ein Feuer am U-Boot "Jekaterinburg", das damals im Trockendock lag. Auch damals erklärten die Behörden, dass sich keine Raketen an Bord befunden hätten. Ein angesehene Fachzeitschrift berichtete später allerdings unter Berufung auf mehrere ungenannte Quellen, dass dies nicht gestimmt habe.
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