Brüssel. Die designierte Vizepräsidenten der EU-Kommission für die Energieunion, Alenka Bratusek, hat sich in der Frage der Atomkraftnutzung vorsichtig zurückhaltend gezeigt. Die Kernkraft liege in der nationalen Verantwortung jedes EU-Staates, der seinen Energiemix selber mache, sagte Bratusek bei der Anhörung im Europaparlament am Montag.

Gleichzeitig betonte sie die Notwendigkeit, dass Europa selbst mehr Energie produzieren müsse. Dies wiederum sollte vor allem mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien geschehen, betonte Bratusek mehrmals. "Innerhalb der EU und der Energieunion müssen wir selbst mehr Energie erzeugen. Damit können wir auch weniger importabhängig sein."

Zur Kernenergie verwies Bratusek darauf, dass auch ihr Land Slowenien ein Atomkraftwerk habe. "Wir beziehen einen großen Teil unserer Energie daraus. Wenn wir über Atomenergie sprechen, ist es wichtig zu wissen, dass wir auf europäischer Ebene Standards der Sicherheit setzen". Nach den AKW-Unfällen seien in allen Atomkraftwerken Stresstests durchgeführt worden, um sicherzustellen, dass die Sicherheit gewährleistet werde.

Mit einem stärkeren Energiebinnenmarkt werde es auch möglich sein, die Energiepreise senken zu können. Dafür sei aber eine bessere Infrastruktur notwendig. Dazu zählten intelligente Stromnetze. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass ein größtmöglicher Teil des Investitionsprojekts des künftigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker dafür aufgewendet werden. "Wenn wir erneuerbare Energie fördern wollen, brauchen wir intelligente Netze, damit die Energie nicht an einem Punkt in Europa ist, sondern weitergeleitet werden kann", so Bratusek.

Einige Abgeordnete vermissten in der Anhörung konkretere Ausführungen der Politikerin. Ein Parlamentarier meinte, "sagen Sie nicht, dass das schwierig ist, das weiß ich schon". Die slowenische Ex-Regierungschefin konzedierte, dass "ich für mich allein genommen die Ziele nicht erreichen kann. Deswegen ist es wichtig, dass die Staaten bei der Erreichung der Ziele zusammenarbeiten. Ich werde Initiativen ergreifen."