In den untersuchten Ländern Großbritannien, Polen, Deutschland, Frankreich und der Tschechischen Republik wären demnach die Kostenersparnisse enorm, würde man in erneuerbare Energien investieren. Betrachtet man den Zeitraum 2023 bis 2050, reichten die möglichen Kostenersparnisse gegenüber Kernenergie für dieselbe Strommenge von 8,4 Prozent (Großbritannien) bis 74,5 Prozent (Polen). Der EU-Schnitt würde sich auf 37,1 Prozent belaufen. Kleinwasserkraftwerke und Windanlagen am Festland hätten die geringsten Kosten.

In der EU stammen 27 Prozent der Elektrizität aus Atomenergie. Seit Fukushima sinkt der Anteil an Atomkraft aber beträchtlich. Dem "World Nuclear Industry Status Report 2014" zufolge sind bisher noch keine Reaktoren ohne staatliche Beihilfen ans Netz gegangen, weil die Baukosten enorm sind. Und: In Havarie-Fällen trägt meist der Staat die Kosten. AKW seien nicht versicherbar, so auch eine Studie im Auftrag des deutschen Bundesverbands Erneuerbare Energien. Die Studienautoren berücksichtigten mögliche Folgen wie Krebserkrankungen, Trinkwasserkontamination und Produktionsausfälle und kamen auf einen zu erwartenden Maximalschaden von 6000 Milliarden Euro.