Wien. 11.200 Fässer mit einem Fassungsvermögen von je 200 Liter lagern derzeit in klimatisierten Hallen des Forschungszentrums Seibersdorf in Niederösterreich – gefüllt mit radioaktivem Müll. Insgesamt sind es 3660 Kubikmeter Nuklearabfall, was einem Würfel von 15,4 Meter Kantenlänge entsprechen würde. Der Müll wird hier seit 1974 gesammelt. Jährlich werden es um rund 200 Fässer respektive 15 Tonnen mehr.

Diese Zahlen sind dem Entwurf des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus zum "Nationalen Entsorgungsprogramm gemäß § 36b Strahlenschutzgesetz" zu entnehmen, der vor kurzem veröffentlicht wurde. Damit leistete Österreich der Euratom-Richtlinie 2011/70 Folge. Das Entsorgungsprogramm hätte bereits 2016 fertig werden sollen. Nun beginnt dafür erst die Strategische Umweltprüfung (SUP) in Österreich. Die Quintessenz ist: Die Zwischenlagerung in Seibersdorf ist nur bis 2045 vertraglich abgesichert. Mit dem Entwurf des Ministeriums wurde die Standortsuche für ein Atommüll-Endlager in Österreich gestartet.