Bulgarien will den gestoppten Bau eines Atomkraftwerks bei Belene an der Donau nun doch weiterführen. Das Parlament beauftragte am Donnerstag mit großer Mehrheit die Regierung von Boiko Borissow, bis Ende Oktober  entsprechende Schritte zu setzen.

2012 hat Bulgarien die Errichtung eines in Russland bestellten Kernkraftwerks in der Stadt an der Grenze zu Rumänien gestoppt. Ein internationales Schiedsgericht hat deshalb dem russischen Kraftwerksbauer Atomstroiexport Schadenersatz in der Höhe von 550 Millionen Euro zugesprochen. Versuche, Teile der Anlagen zu verkaufen, scheiterten.

Am Donnerstag stimmten 172 Abgeordnete des konservativ-nationalistischen Regierungslagers und der oppositionellen BSP (Ex-KP) für den Bau. Die BSP hat sich stets vehement für den Ausbau der Atomkraft in Bulgarien eingesetzt. Die 14 Nein-Stimmen kamen aus der oppositionellen Partei der türkischen Minderheit DPS. Schließlich gab es zwei Enthaltungen.