Tokio. Die japanische Regierung will in einigen Wochen zwei Atommeiler wieder in Betrieb nehmen. Industrieminister Yukio Edano sagte am Freitag, die Bevölkerung in der Umgebung von Oi, 100 Kilometer nördlich von Osaka, werde gegen Ende Juli vielleicht "Verständnis" für das Anfahren der dortigen Reaktoren 3 und 4 haben.

Nach dem Unglück von Fukushima am 11. März vergangenen Jahres sind fast alle der 54 Atommeiler des Landes aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr am Netz. Derzeit wird nur ein Akw in Hokkaido betrieben, das im Mai zu Wartungsarbeiten abgeschaltet werden soll.

Am 11. März 2011 waren nach einem Erdbeben der Stärke 9,0 riesige Tsunamiwellen über das Kraftwerk in Fukushima gegangen. Daraufhin fielen noch am selben Tag die Kühlsysteme der Anlage aus, was den schwersten Reaktorunfall seit der Atomkatastrophe von Tschernobyl auslöste. Im Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk wurde eine Sperrzone eingerichtet, die rund einhunderttausend Menschen verlassen mussten. Die Atomkraft ist seit dem Unglück extrem umstritten. Andererseits befürchtet die Regierung Stromengpässe, vor allem durch den intensiven Betrieb von Klimaanlagen im Sommer.