Tokio. Der japanische Kaiser Akihito hat am Mittwoch mit bewegenden Worten an die Opfer der Tsunami-Katastrophe von vor vier Jahren erinnert. "Viele Menschen, sowohl in den betroffenen Regionen wie auch den Orten, in die sie nach der Evakuierung gebracht wurden, leben bis zum heutigen Tag weiter unter schwierigen Bedingungen", sagte der 81-Jährige.

"Ich bin insbesondere über die Gesundheit der Älteren besorgt, die von Jahr zu Jahr älter werden", sagte der im Volk hochverehrte Monarch. Um 14.46 Uhr Ortszeit - der Zeitpunkt, an dem am 11. März 2011 ein schweres Erdbeben den Nordosten Japans heimsuchte - legte Japan eine Schweigeminute ein.

Wiederaufbau der Region nur schleppend

Der Kaiser sprach auch den Atomunfall in Fukushima an, wo es in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis zum Super-Gau gekommen war. Noch immer gebe es verstrahlte Sperrgebiete. "Mein Herz schmerzt beim Gedanken daran, dass so viele Menschen noch nicht wissen, wann sie in ihre Häuser zurückgehen können", sagte der Kaiser.

Auch vier Jahre nach der Katastrophe geht der Wiederaufbau der Region im Nordosten des Landes nur schleppend voran. Zehntausende hausen weiter in containerähnlichen Behelfsunterkünften. Ein Grund ist der Mangel an Bauarbeitern. Zudem sind die Kosten für Baumaterialien gestiegen.

Rupprechter: "Atomkraft weder nachhaltig noch sicher"

Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hat auf die dramatischen Folgen aufmerksam gemacht und eine Abkehr von der Nuklearenergie gefordert. "Atomkraft ist weder nachhaltig noch sicher. Europa muss die Lehren aus Fukushima ziehen. Mein Ziel bleibt der weltweite Ausstieg aus der Atomenergie."

Bis heute seien die Folgen für die gesamte Region und ihre Bewohner dramatisch, betonte Rupprechter anlässlich des Jahrestages. Fukushima sei "erschreckender Beweis, dass mit Atomkraft nicht beherrschbare Risiken verbunden sind". Zudem sei die mangelnde Wirtschaftlichkeit offenkundig. Subvention für Atomkraft sei abzulehnen.

Die Bundesregierung arbeite eine Klage gegen die geplante staatliche Beihilfe für das britische AKW Hinkley Point C aus, erinnerte der Ressortchef. Am 20. März wird Rupprechter die Ergebnisse des Symposiums "Energieunion ohne Kernenergie - Utopie oder Perspektive?" mit der luxemburgischem Umweltministerin Carole Dieschbourg erörtern.