• vom 08.03.2012, 13:30 Uhr

Hintergrund

Update: 22.12.2015, 13:36 Uhr

Fukushima

Die Wahrheit hinter dem Super-GAU in Fukushima




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Von Christa Hager

  • Dokumentation auf Arte zeigt das Atomunglück ohne Beschwichtigung und Verschleierung.

Keinen Zutritt haben Zivilisten in die Umgebung des Unglücksmeilers Fukushima Dai-ichi.

Keinen Zutritt haben Zivilisten in die Umgebung des Unglücksmeilers Fukushima Dai-ichi.© AP /Shizuo Kambayashi Keinen Zutritt haben Zivilisten in die Umgebung des Unglücksmeilers Fukushima Dai-ichi.© AP /Shizuo Kambayashi

Wien.
Die Zeit heilt alle Wunden, weiß ein altes Sprichwort. Außer in Japan, könnte man hinzufügen: Mindestens 250.000 Jahre wird das Plutonium in der Umwelt bleiben, das durch die Explosion in Fukushima in die Luft geschleudert wurde. Und die Auswirkungen für die Gesundheit der Bevölkerung werden sich erst in den nächsten zehn, zwanzig Jahren zeigen. Welche Probleme wiederum die tausenden Tonnen radioaktiv verstrahltes Wasser verursachen, die ins Meer geleitet werden, ist noch nicht absehbar. Ganz abgesehen von dem Kubikmeter an radioaktiv verseuchtem Müll, der derzeit noch unter freiem Himmel gelagert ist.

Zeit ist ein Faktor auf den auch der Energiekonzern Tepco und die japanische Regierung bauen. So hat Tepco erst einige Wochen nach dem Unglück die massiven Probleme in Fukushima zugegeben und erst am 12. April stufte die Regierung die Reaktorkatastrophe von Stufe 5 auf Stufe 7 der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse hoch. Vieles aber wird weiterhin unter den Teppich gekehrt.

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"Atomreich Japan"
Die Dokumentation "Fukushima – Die Wahrheit hinter dem Super-GAU" geht der Frage nach, was in den Reaktorblöcken 1 bis 4 des Atomkraftwerks passiert ist: Mit Hilfe internationaler Experten analysieren die Filmemacher Michael Mueller, Peter Müller und Phillip Abresch die tatsächlichen Abläufe - am Tag der Havarie, in den Wochen danach bis hin zu den Auswirkungen. Dabei kommen die Experten zu dem Schluss, dass es eine Atomexplosion gegeben habe, was bis heute von offizieller Seite bestritten wird. Doch nicht alles können die Behörden und Regierungsvertreter verschweigen: So zeigten Untersuchungen vier Monate nach der Katastrophe, dass von den 1080 Kindern unter 15 Jahren knapp die Hälfte eine Belastung durch Radioaktivität in den Schilddrüsen aufwiesen. Und Tepco musste mittlerweile zugeben, dass bereits zwei Arbeiter  an akuter Leukämie gestorben sind. Gerüchte sprechen indes von viel mehr Toten.

Will man der Wirklichkeit auf die Spur kommen, so hat man in Japan kein leichtes Leben, wie die Dokumentation weiter zeigt. Journalisten und Wissenschafter berichten von Einschüchterungen und Entlassungen, auch der ehemalige  Gouverneur von Fukushima berichtet davon, dass Informationen unterdrückt werden. "Japan ist ein Atomreich geworden.  Regierung, Medien und Wissenschaft schließen die Menschen aus, die eine andere Meinung haben als sie. Das ist Faschismus. Dieses Denken im Land hat Fukushima ermöglicht".

"Fukushima – Die Wahrheit hinter dem Super-GAU"

Michael Mueller, Peter Müller und Phillip Abresch (Buch und Regie), 2012.





Schlagwörter

Fukushima, AKW, Japan

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-03-08 10:54:15
Letzte Änderung am 2015-12-22 13:36:15


Fukushima






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