• vom 05.07.2007, 19:17 Uhr

Fußball-EM 2012

Update: 29.07.2007, 19:17 Uhr

Euro 2008: "Wiener Zeitung" veröffentlicht die Details des "Host-City-Vertrags" zwischen Stadt Wien und Uefa

Brisanter Vertrag zur Fußball-EM




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Von Christian Mayr

  • Werbeflächen auf Route vom Flughafen sollen für Sponsoren reserviert sein.
  • Stadt zahlt alle Schäden an Fanmeile alleine.
  • Strengste Auflagen in Fanzone und für das Aufstellen von Leinwänden.
  • Wien. Groß war der Jubel, als im Jänner dieses Jahres der "Host-City-Vertrag" zwischen Stadt Wien und der Uefa (Europäischer Fußballverband) unterzeichnet wurde. Schließlich bildet dieser den rechtlichen Rahmen zur Austragung der Fußball-Euro 2008 in der Bundeshauptstadt. Ob bei den Rathaus-Vertretern auch innerlich ungetrübte Jubelstimmung herrschte, ist jedoch mehr als fraglich - denn der Vertrag enthält eine Reihe von extrem brisanten und nachteiligen Klauseln für die Stadt Wien.

Der "Wiener Zeitung" wurde nun die insgesamt 52 Seiten dicke "Host-City-Charta" zwischen Uefa und Stadt zugespielt - der Inhalt gilt als streng vertraulich. Die wichtigsten Punkte im Detail:


Sponsorenwerbung: Wien verpflichtet sich, der Uefa und ihren Sponsoren ein "Erstzugriffsrecht" über öffentliche Werbeflächen zu gewährleisten - "zu üblichen Preisen". Betroffen sind neuralgische Zonen, wie etwa rund um das Happel-Stadion und die Fanmeile, aber auch ganze Zufahrtsrouten wie vom Westbahnhof oder vom Flughafen zum Stadion. Demnach müsste die Stadt sicherstellen (bzw. auf die Plakatfirmen einwirken), dass während der EM auf allen Flächen entlang der Strecke Flughafen-Stadion nur die Sponsoren werben dürfen.

Fanmeile: Laut dem Vertrag hätte Wien gar keine Alternative zum Standort Ring gehabt (etwa die Donauinsel): "Die offizielle Fanzone soll auf eiEM-ner im Stadtzentrum liegenden ausreichend großen Fläche stattfinden, (. . .) die von Einwohnern und Fans verkehrstechnisch leicht erreichbar ist", heißt es. Weiter müsse sie "täglich von 14 Uhr bis Mitternacht" geöffnet bleiben - was der von Bürgermeister Michael Häupl angeregten Teilsperre zuwiderläuft. Klar geregelt ist, wer für Schäden entlang der Fanmeile aufkommt - nämlich einzig die Stadt. Das betrifft die tägliche Reinigung ebenso wie die "Wiederherstellung der Oberfläche" (sprich: Schäden durch Wildpinkler).

Streng limitiert sind die geschäftlichen Aktivitäten der Stadt auf der Fanmeile: So darf Wien maximal vier "Förderer" bestimmen, für die allerdings als Bedingung gilt, das sie keine Konkurrenten der offiziellen EM-Sponsoren sind und ihren (Firmen)-Sitz in Wien haben. Zudem verlangt die Uefa, dass auf der Fanmeile nur Speisen und Getränke ihrer kommerziellen Partner angeboten werden dürfen.

Andere Großleinwände: Weiters will die Uefa zusätzliche Veranstaltungsorte mit Großleinwänden einschränken. "Die Parteien sind damit einverstanden, dass die offizielle Fanzone die einzige von der Host City oder in deren Auftrag organisierte Public-Viewing-Veranstaltung sein soll."

Will ein Privater öffentliches Fußballschauen anbieten, so hat er einen behördlichen Spießrutenlauf vor sich: Laut Uefa-Richtlinien (siehe: www.euro2008.com ) muss jeder Veranstalter, der einen Bildschirm mit mehr als drei Metern Diagonale aufstellt, um eine Lizenz ansuchen. Läuft das Ganze nur teilweise kommerziell ab, ist auch eine Gebühr an die Uefa zu entrichten. Ausgeschlossen sind jedoch wiederum Veranstalter, die in Konkurrenz zu Uefa-Partnern stehen. (Demnach hätte etwa "Ottakringer" wegen Sponsor "Carlsberg" keine Chance).

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2007-07-05 19:17:24
Letzte Änderung am 2007-07-29 19:17:00

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