Wien. Ein Land im Krieg, ein Mädchen ohne Hoffnung auf Schulbildung und eine beschwerliche Flucht nach Europa. Im Videobeitrag "Fatimas Weg" erzählt die 4b des Bischöflichen Gymnasiums Graz die Geschichte der fiktiven Figur Fatima. Sie schaffte es damit auf den 2. Platz der "Future Challenge".

Im Film kommt die junge Schülerin Fatima neu in die Klasse. Die anderen Jugendlichen sind skeptisch, eine Mitschülerin stellt gar ihr Bein auf den Sessel, auf den sich Fatima setzen will. Doch dann beginnen die Schülerinnen und Schüler Interesse an Fatimas Geschichte zu entwickeln und stellen dem Mädchen Fragen.

Sie sei mit ihrem kleinen Bruder in einem Lkw aus Afghanistan geflüchtet, erzählt Fatima. In dem Lastwagen sei es schrecklich eng gewesen und sie hätte kaum Luft bekommen. Im Boot, das sie über das Mittelmeer gebracht hat, hätten hohe Wellen ihren kleinen Bruder über Bord geworfen. Sie konnte ihn nicht festhalten und musste zusehen, wie ihn die Wellen verschluckten. Jeden Tag habe sie geweint, sagt Fatima.

Ihre Erzählungen werden durch Schattenspiele illustriert, die ihre Heimatstadt in Afghanistan und die Flucht mit dem Lastwagen und dem Boot zeigen. "Die Schülerinnen und Schüler waren alle total stolz und sehr aufgeregt vor der Preisverleihung", sagt Dagmar Guschlbauer, die Klassenvorstand der 4b ist. Für das Video hätten sie einen "Mordsaufwand" betrieben und seien alle sehr motiviert gewesen. "Es war sehr sinnvoll, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Jetzt haben sie einen viel tieferen Eindruck, wie schrecklich es ist, wenn jemand fliehen muss."

"Ich habe dadurch begonnen, mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Ich habe Zeitung gelesen, was ich sonst nicht mache und mitverfolgt, wie es Flüchtlingen geht", sagt die 14-jährige Sarah Zach bei der Preisverleihung. Was mit den 700 Euro Preisgeld passiert, ist noch offen. Zurzeit füllt es die Klassenkassa.