• vom 09.10.2018, 16:40 Uhr

Gehirn

Update: 09.10.2018, 16:57 Uhr

Gehirn

Der Angriff auf die Gehirnzellen




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Von Alexandra Grass

  • Parkinson und Alzheimer werden zur Herausforderung für die Medizin. Therapien sind in Sicht, aber noch in Ferne.

- © StockAdobe/freshidea

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Wien. Weltweit nimmt die Lebenserwartung stetig zu. Das gilt in logischer Konsequenz auch für Erkrankungen des Alters. Vor allem Morbus Parkinson und Demenzerkrankungen sind im Vormarsch und werden den Prognosen zufolge zahlenmäßig rapide zunehmen. Doch die Möglichkeiten der Therapie sind immer noch begrenzt. Den Verlauf zu verlangsamen und die Symptome zu lindern sind derzeit die einzig möglichen Maßnahmen. "Vieles erweckt Hoffnung, aber nichts ist direkt greifbar, das schon jetzt für die Betroffenen zur Verfügung steht", sagt Regina Katzenschlager, Leiterin der Abteilung für Neurologie im Wiener SMZ-Ost und Parkinson-Spezialistin, zur "Wiener Zeitung". Diese Aussage hat wohl auch für Demenzerkrankungen, vor allem Morbus Alzheimer, Gültigkeit.

20 Jahre Vorlaufzeit
In Österreich sind mindestens 20.000 Menschen an Parkinson erkrankt. Die tatsächliche Zahl dürfte aber höher liegen, vor allem weil Symptome bei Älteren oft nicht richtig zugeordnet, sondern auf das Alter zurückgeführt werden. Eine wesentliche Rolle in der Entstehung der Krankheit kommt der Eiweißsubstanz Alpha-Synuclein zu. Diese kommt auch beim gesunden Menschen vor. Bei Parkinson-Patienten ist sie aber fehlerhaft gefaltet und in Hirnnervenzellen abgelagert. Die eigentlichen Symptome kommen durch den Verlust von Nervenzellen zustande. Die Ablagerungen finden sich aber nicht nur im Gehirn, sondern etwa auch im Darm, in der Haut oder in den Speicheldrüsen. Wo der Beginn der Erkrankung liegt, ist nicht sicher geklärt.


"Die Parkinsonkrankheit ist in Wirklichkeit eine Erkrankung, die weite Teile des Körpers betrifft und nicht nur das Gehirn", schildert Katzenschlager. Da sie etwa auch den Magen-Darm-Trakt, das Kreislaufsystem und das vegetative Nervensystem beeinflusst, sind die Symptome vielschichtiger als üblicherweise bekannt. Erst nach vielen Jahren, in denen die Zellveränderungen und damit die Krankheit stumm fortschreiten, zeigen sich das typische Zittern und langsame, steife Bewegungen. In dieser Phase sind jedoch bereits viele Nervenzellen abgestorben.

Schon viel früher - mindestens 20 Jahre vor Auftreten dieser Symptome - kommt es zu Zellveränderungen im Riechsystem und Hirnstamm, so Katzenschlager. Veränderungen des Mittelhirns, die mit Ultraschall festgestellt werden können, sowie Geruchsbeeinträchtigungen können auf ein erhöhtes Parkinsonrisiko schließen lassen.

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Dokument erstellt am 2018-10-09 16:51:41
Letzte Änderung am 2018-10-09 16:57:36



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