Wichtig findet Rutzinger, dass auch die Lehrer entsprechend entspannt sind – Zitat: "Selbstverständlich nehmen wir nur gute Unterrichtende, sie müssen aber auch offen sein. Wichtig ist, dass es keine prätentiösen Arschlöcher sind. Die brauchen wir nicht." Die Lehrerschaft der Kurse akquiriert man gerne aus bereits vertrauten Persönlichkeiten. Das ist nicht nur organisatorisch angenehm, auch die Unterrichtenden freuen sich aufs Wiederkommen und treffen gerne mit Kollegen zusammen, wollen sich austauschen und feiern, erläutert Rutzinger. Und das gebe der ganzen Angelegenheit auch etwas Familiäres – sowieso sei Tanz als Beruf immer ein Balanceakt zwischen Prekariat und Elitärem.

Andererseits jedoch lädt Impulstanz jedes Jahr etwa 15 neue Lehrer ein, probiert aus, bietet Neues. Und wenn es gut läuft, für die Organisatoren wie die Lehrer, dann werden Letztere eben zu Wiederholungstätern, lacht er.

 Wohin man geht

Je nach Kurs sind die Teilnehmer recht unterschiedlich. Bei bodenständigeren Angeboten – das heißt laut Insidern, dass im Programmheft leicht herauszulesen ist, was tatsächlich dort geboten wird – finden sich auch bodenständigere Besucher ein. Wenn es künstlerisch wertvoll klingt, die "Körpererfahrung" im Vordergrund steht, wird es für Laien womöglich ein wenig zu abgehoben, heißt es. Rutzinger lacht über diese Sichtweise: "Na ja, bei den Programmbeschreibungen ist halt immer auch viel dichterische Freiheit dabei!"

Schwierigkeitsgrade gibt es außerdem, also wird man die Tanz-Stipendiaten von Dance Web eher nicht im bösartiger Weise womöglich als "Hausfrauen-Selbsterfahrung" bezeichneten Kurs (Stichwort "Golden Age") treffen. Mit der Schubladisierung von Kursteilnehmern sei das jedoch schon schwierig, erläutert der Organisator. Ältere erfahrene Workshopper wollen sich eher nicht als Golden Ager bezeichnet sehen, Profis auch an entspann-teren Kursen teilnehmen, und manchmal finden Teenies auch Erwachsenenkurse interessant.

"Am spannendsten finde ich sowieso die Open Levels, eben weil sich da Amateure und Profis treffen", wirft Rutzinger ein. Die Türen der Workshops im Arsenal seien jedenfalls bis auf wenige Ausnahmen, bei denen mehr Intimität gefragt ist, gezielt offen. Und in der Cafeteria mischen sich die Workshop-Besucher dann sowieso wieder, auch das sei atmosphärisch wichtig.

Ob nun spirituelle Zwiesprache mit Molekülen oder Party-Moves, alles hat bei den Workshops so sein eigenes Publikum. Wobei, so erfahrende Teilnehmer, tatsächlich sind die Workshops immer auch Szene-Treffpunkte. Und die Wiener Tanz-Community weiß halt, wohin man so geht.

Kinderleicht

Einfacher ist es da bei den Workshops für Kinder und Jugendliche im Dschungel Wien – Übertitel: "Shake The Break". Wenn die Trommeln beim "Afrikanischen Kindertanz" von Mamadou M‘Baye loslegen, bewegen sich die Kids automatisch, können gar nicht stillstehen. Rhythmus und Bewegung gehören zusammen, ganz natürlich. Bei "Bodyparkour" werden Hindernisse elegant überwunden. "Modern Dance" ist immer eher girlielastig, weiß Rutzinger. "Dafür kommen House und HipHop bei den Burschen gut an." – Irgendwo muss man ja mal die coolen Moves lernen. – "Bei Bollywood hatten wir es letztes Jahr hingegen schwer, Burschen hinzubringen, dafür haben die, die es versucht haben, dann richtig Spaß gehabt", erzählt er.