"Unwanted" - unerwünscht: missbraucht, vergewaltigt, verstümmelt, gedemütigt, vernichtet: Performerin Dorothée Munyaneza spricht aus, was man hierzulande zwar weiß, aber in dieser erschütternden Deutlichkeit nicht zu hören oder zu sehen bekommt. Die ruandische Komponistin, Sängerin, Autorin und Choreografin hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die Torturen der Opfer während des Völkermordes in Ruanda künstlerisch eindringlich hinzuweisen. Denn sie war gerade erst zwölf Jahre alt, als im Jahr 1994 Mitglieder der Hutu-Mehrheit in 100 Tagen rund 75 Prozent, etwa 800.000, der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu ermordeten.

2015 gastierte sie mit "Samedi détente" bereits bei den Wiener Festwochen, ihre jüngstes Stück "Unwanted", ist nun beim Impulstanz-Festival zu sehen.

Diesmal steht nicht ihr eigenes Schicksal im Mittelpunkt der Performance, sondern jenes einiger Frauen und deren Kinder, die während der Vergewaltigungen gezeugt wurden: "Bist du mein Vater?", fragt sie etwa Einzelne im Publikum. Hass, Wut, Zorn und auch Furcht finden per Rezitation gepaart mit Musik, Tanz und Gesang vor einem gigantischen Totem (von Bruce Clarke) starken Ausdruck, der noch lange nachhallt.