"Gut Ding braucht Weile", weiß auch der heimische Choreograf Willi Dorner: International bekannt für seine Performances im öffentlichen Raum stellt er sich mit seiner jüngsten Arbeit "many" - diesmal jedoch im Schauspielhaus - im Rahmen des Impulstanz-Festivals dem Selfiewahn und der omnipräsenten Flut von digitalen Bildern. Er lässt virtuelle und leibliche Wirklichkeiten miteinander kollidieren, heißt es im Programmheft. Und es handelt sich um ein Preview, eine erste Präsentation, denn die Premiere wird erst im November im Wiener Tanzquartier zu sehen sein. Bis dahin kann ja noch am Stück gefeilt werden.

Tanz der Hände

Willi Dorner lässt zwei Performerinnen mit der Darstellung und dem Tanz ihrer Hände und Arme mit- und gegeneinander per Live-Cam von oben herab filmen. Er projiziert dies auf einen enormen Screen und unterlegt es mit einer Sound- und Geräuschkulisse. Zeitweilig filmt sich eine der Performerinnen mit dem Handy selbst, und dieses Bild wird dann ebenfalls auf der Leinwand zum Bild im Bild im Bild. Oder es wird ein Foto der Performerin als vervielfachte Kopie vor das Gesicht gehalten. "Doppelgänger" steht dann in großen Lettern auf dem Screen.

Es ist eine Aneinanderreihung von Szenen, die zwar die gewollte und auch aktuelle Thematik erkennen lassen, aber das Gesehene selbst fordert noch den Touch einer Vertiefung.