• vom 20.08.2013, 14:21 Uhr

Insolvenzen

Update: 20.08.2013, 15:16 Uhr

Salzburger Jazzherbst

Salzburger Jazzherbst ist Geschichte




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  • Wegen Insolvenz abgesagt
  • Subventionskürzungen laut Veranstalter mit ein Grund der Pleite.

Salzburg/Wien. Der Salzburger Jazzherbst ist Geschichte: Wegen Verbindlichkeiten von 1,17 Mio. Euro hat Gründer und Veranstalter Johannes Kunz Insolvenzantrag gestellt. "Wir haben heute auch den heurigen Jazzherbst in Salzburg - den achtzehnten - abgesagt", sagte Kunz im Gespräch mit der APA. Laut dem Österreichischen Verband Creditreform sind 78 Gläubiger betroffen. Das Unternehmen sei bereits geschlossen, heißt es in einer kurzen Aussendung. Als Grund der Pleite werden unter anderem Subventionskürzungen genannt.

Festival in Grafenegg startet 2015

"Es ist mir nicht leicht gefallen. Ich habe sehr viele persönliche Mittel in das Projekt gesteckt", sagte Jazzherbst-Gründer Johannes Kunz im APA-Gespräch zur Absage des heuer letztmals geplanten Festivals. "Aber der Jazzherbst ist nicht tot. Es gibt ihn nur in Salzburg nicht mehr. Wir werden in Grafenegg aber erst 2015 beginnen (geplant war ursprünglich 2014, Anm.). Dann haben wir mehr Zeit für die Vorbereitung, damit wir einen starken Start hinlegen können", so Kunz.


  In Niederösterreich seien ganz andere Voraussetzungen zu finden als in Salzburg. "Die wollen das Festival", sagte der Jazzherbst-Gründer. Das Jazzfest Wien oder auch die Biennale in Salzburg würden in ganz anderen Dimensionen subventioniert als sein Festival in der Mozartstadt. Zuletzt seien die öffentlichen Förderung nicht nur nicht einmal der Teuerung angepasst, sondern durch den Rückzug der Stadt Salzburg sogar reduziert worden.

Information

   Der 1. Salzburger Jazz-Herbst fand 1996 statt, und zwar mit Ray
Charles, Joe Zawinul, Lalo Schifrin und anderen Weltstars. Im Lauf der
Jahre Jahren gastierten im Rahmen dieses Festivals, das zuletzt zwölf
Tage dauerte, alle großen Namen des Genres von Dave Brubeck und Dee Dee
Bridgewater über Wynton Marsalis und Abbey Lincoln bis zu Sonny Rollins
und Nancy Wilson. Allein im Großen Festspielhaus fanden von 1996 bis
2012 insgesamt 42 Galakonzerte mit den absoluten Topstars des Genres
statt. 2013 hätte der Jazz-Herbst letztmalig in Salzburg stattfinden
sollen.

Sponsoren weggefallen

  Außerdem sind laut Kunz Sponsoren weggefallen, und auch die Compliance-Regelung habe sich negativ ausgewirkt. "Früher haben große Unternehmen oft 100 Karten der teuersten Kategorie gekauft. Heute sagen sie, da bekomme ich Probleme." Und auch das im Vorfeld des Jazz-Herbstes angesiedelte Altstadtfestival "Jazz & The City" hätte Publikum abgeschöpft: Dieses von Stadt und Altstadt-Marketing finanzierte Fest bietet 100 Veranstaltungen bei freiem Eintritt an, "zum Teil mit Leuten, die auch bei mir auftreten können".

  "Ich wollte diesen letzten Jazzherbst in Salzburg noch über die Runden bringen. Aber es war völlig klar, dass dafür eine zusätzliche Finanzierung notwendig ist. Bis Mitte August habe ich intensiv mit möglichen Investoren verhandelt, aber irgendwann ist der Punkt gekommen, wo ich mich mit meinem Anwalt beraten habe. Wenn's nicht geht, geht's eben nicht. So spielt das Leben." Er habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, weil er sehr viele persönliche Mittel in sein Projekt gesteckt habe. "Ich habe mir beim ORF die ganzen Intendanten-Pension auszahlen lassen und da hineingesteckt."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-08-20 14:22:09
Letzte Änderung am 2013-08-20 15:16:24


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