Istanbul/Teheran. Der Chef des mächtigen Schlichtungsrates, Ex-Präsident Ayatollah Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani, hat sich in mehreren iranischen Medienberichten bei der Bevölkerung für die rege Teilnahme an der elften Präsidentschaftswahl und für das Votum an seinen politischen Ziehsohn Hassan Rohani bedankt. Zuvor hatte er bei einer Sitzung des Schlichtungsrates bereits am Samstag darauf hingewiesen, dass die Wahlen und deren Ausgang der eindeutige Beweis für die Feinde seien, dass der Iran die "demokratischsten aller Wahlen der Welt" habe.

Mit einem verschmitzten Lächeln sprach der Wendehals der Islamischen Republik, der vom Westen mit Kardinal Richelieu, der ebenfalls für seine Wendigkeit und sein diplomatisches Geschick bekannt war, verglichen wird, und aufgrund seines spärlichen Bartwuchses von den Persern "Haifisch" genannt, von einer "historischen Wahl".

Unterstützung für politischen Ziehsohn


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Das Wahlergebnis
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"Diese Wahl hat uns gezeigt, welchen Rückhalt unsere geschätzte Islamische Republik hat und dass man nur mit der Bevölkerung Großes erreichen kann. Ab nun wird eine Zeit der Vernunft anbrechen, eine Ära der Freundschaft, des Respekts und des Miteinanders", so der 78-jährige Politveteran der Islamischen Republik. Er wollte selbst bei der Präsidentenwahl antreten, wurde jedoch vom einflussreichen Wächterrat nicht zugelassen, offiziell wegen seines fortgeschrittenen Alters.

"Ich werde Hassan Rohani soweit ich kann unterstützen und bin sehr froh über dieses eindeutige Votum der Bevölkerung. Es ist ein Signal an manche, die nicht verstanden haben, dass man mit Hass, Konfrontation und Engstirnigkeit nichts erreichen kann", so der Seitenhieb Rafsanjanis auf den scheidenden Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Da Rohani in den letzten zehn Jahren die rechte Hand Rafsanjanis war, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass dieser fortan im Hintergrund die Fäden ziehen wird.