Washington. Rekruten für die Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) sind einer neuen Studie der Weltbank zufolge in der Regel gebildeter als der Durchschnitt ihrer jeweiligen Landsleute. Fast ohne Ausnahme verfügen sie demnach bei ihrem Beitritt zu der vor allem in Syrien und dem Irak tätigen Organisation über ein höheres Bildungsniveau.

"Armut ist kein Antrieb für eine Radikalisierung hin zu gewalttätigem Extremismus", heißt es in der Studie. Diejenigen, die sich als Selbstmordattentäter anböten, rangierten sogar in der Gruppe der Gebildeteren.

Von den 331 Rekruten aus einem in die Öffentlichkeit gelangten Datenbestand schlossen nur 17 Prozent nicht die weiterführende Schule ab, ein Viertel verfügte über eine Hochschulbildung. Nur die IS-Anwärter aus Osteuropa lägen unter dem Durchschnitt, heißt es in der Studie mit dem Titel "Wirtschaftliche und soziale Inklusion zur Vorbeugung von gewalttätigem Extremismus".

Die meisten der 331 Rekruten hatten einen Job, bevor sie aus aller Welt anreisten, um sich dem "Islamischen Staat" anzuschließen. Bei denjenigen, die sich für Selbstmordanschläge bewarben, gab es allerdings viele, die zuvor arbeitslos oder beim Militär waren.