• vom 03.07.2017, 17:59 Uhr

IS-Terrormiliz

Update: 04.07.2017, 12:06 Uhr

Islamischer Staat

Kalifat ist überall




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Von Klaus Huhold und Michael Schmölzer

  • In Syrien und im Irak ist der Traum vom Gottesstaat ausgeträumt. Gotteskrieger zieht es nach Afghanistan und Libyen.



Marawi/Wien. Sie werden "Selbstmordkommandos" genannt - aber das ist als Kompliment gemeint. Diese Männer gelten als Helden. Die Rettungsteams von Marawi retten Zivilisten - in einem Umfeld, das gefährlicher nicht sein könnte. Marawi, eine Stadt im großteils muslimischen Südwesten der ansonsten katholischen Philippinen, hat sich in ein Schlachtfeld verwandelt. Mit dem Islamischen Staat (IS) verbündete Milizen haben Teile von Marawi erobert. Seit fünf Wochen versucht das Militär, die Stadt zu befreien. Die Armee kann zwar Geländegewinne vermelden, einige Viertel sind aber immer noch in der Hand der Islamisten.

Von den rund 300.000 Einwohnern, die Marawi einst hatte, sind die meisten geflohen. Die Vertriebenen sind entweder bei Verwandten oder in einem der überfüllten Auffanglager rund um die Stadt untergekommen. Doch einige Zivilisten sind in Marawi noch eingeschlossen, keiner weiß, wie viele es sind, Schätzungen gehen von ein paar hundert aus. Immer wieder erreichen die Rettungsteams Nachrichten von Zurückgebliebenen, die festsitzen oder sich versteckt halten, um nicht von den Islamisten als Geisel genommen zu werden. Dann setzen die freiwilligen Helfer ihre Helme auf und fahren in die Stadt. Unter Lebensgefahr - sie könnten von einem Scharfschützen oder Querschläger getroffen werden oder in einen Hinterhalt geraten. "Wir sind alle in Marawi aufgewachsen", sagte der Student Abdul Azis Lomondot, der bei solchen Einsätzen mitmacht, der Nachrichtenagentur Reuters. Die derzeitigen Zustände würden ihnen "das Herz brechen".


Vor rund fünf Wochen haben islamistische Verbände Teile der Stadt erobert. Dabei handelt es sich um Mitglieder der Abu-Sayyaf-Miliz, die in den vergangenen Jahren immer wieder durch Entführungen und Enthauptungen ihrer Opfer auf sich aufmerksam gemacht hat. An ihrer Seite kämpft die sogenannte Maute-Gruppe, benannt nach den Brüdern Omar und Abdullah Maute - Extremisten, die aus einer wohlhabenden Familie stammen.

Beide Gruppierungen haben dem IS die Treue geschworen. Sie werden von ausländischen Kämpfern unterstützt, die offenbar aus Indonesien, Malaysia, aber auch aus arabischen Staaten stammen. Ziel der Extremisten ist es, Marawi zu einem Kalifat zu machen. Die Flagge des IS weht über der Stadt, die, wie Überlebende der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichteten, in Trümmern liegt und in der Leichen auf offener Straße verwesen.

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Dokument erstellt am 2017-07-03 18:06:05
Letzte Änderung am 2017-07-04 12:06:50


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