(rie) Es waren Schlagworte, die uns über das ganze Jahr hinweg begleitet, die uns amüsiert, schockiert oder schlichtweg genervt haben. Ein Jahr der andauernden Krise, des andauernden Aufstands, des andauernden Stillstands. Viele der Schlagwörter werden uns auch noch 2012 begleiten. Eine wörtliche Nachbetrachtung.

A: Aufstand: Der Arabische Frühling veränderte eine ganze Region. Erst lehnt sich das tunesische Volk gegen Präsident Zine el-Abidine Ben Ali auf. Er wird ebenso zu Fall gebracht wie Ägyptens Staatspräsident Hosni Mubarak. In Libyen führen monatelange Kämpfe mit Beteiligung der Nato letztlich zum Sturz von Langzeit-Präsident Muammar al-Gaddafi. Am 20. Oktober wird er im Zuge von Kämpfen in seiner Heimatstadt Sirte getötet. Im Jemen gibt Präsident Ali Abdullah Saleh seine Macht im November nach monatelangen Kämpfen ab. Bashar al-Assad stemmt sich in Syrien noch gegen die Proteste. Die Kämpfe im Rahmen der Arabischen Revolution fordern Tausende Tote.

B: Bahnhofsbaustellen: Der Konflikt um das Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" zieht sich hin. In einer Volksabstimmung votieren die Baden-Württemberger schließlich für den Bau des milliarden-teuren, unterirdischen Bahnhofs. In Wien wird zum Westbahnhof gehörige Einkaufszentrum "BahnhofCity Wien West" eröffnet. Beim Hauptbahnhof schreiten die Arbeiten voran. Für 9. Dezember 2012 ist die Teileröffnung des ÖBB-Großprojekts geplant. Im Dezember 2014 soll der Bahnhof vollständig in Betrieb genommen werden.

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C: Chancentod: Es soll hier ausdrücklich niemand denunziert werden, aber in die Rolle des Chancentods schlüpft 2011 schon so mancher österreichischer Fußballer - egal ob im Nationalteam oder in der Bundesliga. Allzu oft will und will der Ball - sogar bei vermeintlich 100-prozentigen Chancen - nicht ins Netz. Gott sei Dank hat Österreichs Fußball noch eine Baustelle, das Torhüter-Problem. Sonst würden ja gar keine Tore mehr fallen...

D: Demokratiedefizit: Ein Demokratiedefizit wird dieses Jahr nicht nur in Nordkorea, Russland oder im arabischen Raum geortet. Nein, auch in Österreich. Zahlreiche Initiativen fordern mehr Mitspracherecht für Bürger. Es sei ein gewisser "Überdruss" in der Bevölkerung bemerkbar, sagt etwa der Ex-Klubchef der Salzburger Grünen, Christian Burtscher, der für ein Demokratie-Volksbegehren eintritt.

E: Eurokrise: Der massive Schuldenberg Griechenlands war der Anfang. Es folgten Italien, Spanien, Portugal, Irland mit heftigen Budget-Defiziten. Und der Euro schlitterte immer tiefer in die Krise. Bei Gipfel- um Gipfeltreffen versuchte man die europäische Einheitswährung zu retten. Erfolgreich abgeschlossen ist diese komplizierte Mission noch lange nicht. Im Dezember einigen sich die EU-Staaten (ohne Großbritannien) zumindest auf einen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin.