• vom 05.01.2018, 19:30 Uhr

Jahresvorschau 2018


Geschichte

Unsere große Revolution




  • Artikel
  • Lesenswert (23)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Manfried Welan

  • Ein Dornröschen: Die Erinnerung an die Ereignisse von 1848 ist nur in kleinem Kreis wach.

- © Daniel Jokesch

© Daniel Jokesch

Kampf um Wien 1848: Die kaiserlichen Truppen vor den Stadtmauer. 

Kampf um Wien 1848: Die kaiserlichen Truppen vor den Stadtmauer.  Kampf um Wien 1848: Die kaiserlichen Truppen vor den Stadtmauer. 

Die Wiener Revolution 1848 war eine große Revolution. Sie war eine Revolution des Volkes und für das Volk. Sie war eine Revolution für die politische Freiheit, für die Demokratie. Der Vormärz, also die Zeit vor der Revolution, war eine schlimme Zeit. Missernten, Misswirtschaft, Not und Elend waren weit verbreitet. Der Absolutismus ließ im Übrigen keine Freiheit aufkommen. Es herrschte der Polizeistaat.

Da kam die Nachricht von der Februarrevolution in Paris. Das war wie ein zündender Funke. Aber nicht so sehr die geistige Lage als die soziale bewirkte den Aufstand der Massen. Allerdings waren die Studenten besondere Akteure der Revolution. Auf einen Studenten, Hans Kudlich, geht der Initiativantrag zur Grundentlastung zurück. Viele Gedenkstätten und der jährlich vergebene Kudlich-Preis erinnern an ihn.


Ansonsten ist die Erinnerung nur in einem kleinen Kreis wach. Einzelne Persönlichkeiten der Revolution haben Gedenkstätten. Aber die politische Bildung geht zu wenig auf sie ein. Die Demokratie der Revolution ist wie in einem Dornröschenschlaf versunken. Am 12. März 1848 beschlossen Studenten in der Aula der Universität eine Petition an Kaiser Ferdinand. Presse- und Redefreiheit, Freiheit der Universität, Hebung des Volksunterrichtes, Religionsfreiheit, öffentliche Gerichtsverfahren, Geschworenengerichte, ein vom Volk gewähltes Parlament, Volksvertretung der deutschen Landesteile beim Deutschen Bund - das waren die Forderungen. Sie hatten keine Konsequenz.

"Konstitution" wurde zum Zauberwort

Die ebenfalls revoltierende Nationalgarde und die Akademischen Legion im Gefecht mit dem Regiment Nassau an der Taborbrücke.

Die ebenfalls revoltierende Nationalgarde und die Akademischen Legion im Gefecht mit dem Regiment Nassau an der Taborbrücke.© Archiv Die ebenfalls revoltierende Nationalgarde und die Akademischen Legion im Gefecht mit dem Regiment Nassau an der Taborbrücke.© Archiv

Am 13. März kam es vor dem Niederösterreichischen Landhaus zur Demonstration von Studenten. Der Arzt Adolf Fischhof wiederholte die Forderungen gegenüber den Ständen. Die Rede von Ludwig Kossuth, die er am 3. März im Landtag zu Pressburg gehalten hatte, wurde diskutiert, das Wort "Konstitution" wurde zum Zauberwort, unter dem alles Mögliche verstanden wurde. Immer mehr Menschen aus allen Schichten kamen zusammen, in der in der Herrengasse angestauten Menge wird gefeiert. Die ersten Toten sind zu beklagen. In den Vorstädten wird auf protestierende Proletarier geschossen. Am Abend trat Metternich zurück und floh nach England.

Am 15. März hob Kaiser Ferdinand die Pressezensur auf, ...

Am 15. März hob Kaiser Ferdinand die Pressezensur auf, ...© Archiv Am 15. März hob Kaiser Ferdinand die Pressezensur auf, ...© Archiv

Am 14. März wurden die Nationalgarde und die akademische Legion aufgestellt. Für die "Märzgefallenen" fanden große Leichenfeiern statt, als eine der ersten Reformen werden Ministerien errichtet. Die vom Kaiser versprochene Verfassung wird vom Innenminister Pillersdorf verkündet, wird aber vor allem wegen des undemokratischen Wahlrechts abgelehnt. Die Wahl zur deutschen Nationalversammlung wird nach dem allgemeinen Wahlrecht durchgeführt.

weiterlesen auf Seite 2 von 4




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-28 15:29:25
Letzte Änderung am 2018-01-04 19:13:30


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Spanien droht wegen Gibraltar mit einem "Nein"
  2. Republik für ein paar Stunden
  3. Die große Angst vor dem Peel-Moment
  4. Mays stärkster Trumpf
  5. Das vorläufige Ende einer langen Reise
Meistkommentiert
  1. Österreich abwracken?
  2. Das vorläufige Ende einer langen Reise
  3. Mays stärkster Trumpf
  4. Spanien droht wegen Gibraltar mit einem "Nein"
  5. Hoffentlich wollen sie nur spielen

Werbung




Werbung