Die Wiener Revolution 1848 war eine große Revolution. Sie war eine Revolution des Volkes und für das Volk. Sie war eine Revolution für die politische Freiheit, für die Demokratie. Der Vormärz, also die Zeit vor der Revolution, war eine schlimme Zeit. Missernten, Misswirtschaft, Not und Elend waren weit verbreitet. Der Absolutismus ließ im Übrigen keine Freiheit aufkommen. Es herrschte der Polizeistaat.

Da kam die Nachricht von der Februarrevolution in Paris. Das war wie ein zündender Funke. Aber nicht so sehr die geistige Lage als die soziale bewirkte den Aufstand der Massen. Allerdings waren die Studenten besondere Akteure der Revolution. Auf einen Studenten, Hans Kudlich, geht der Initiativantrag zur Grundentlastung zurück. Viele Gedenkstätten und der jährlich vergebene Kudlich-Preis erinnern an ihn.

Ansonsten ist die Erinnerung nur in einem kleinen Kreis wach. Einzelne Persönlichkeiten der Revolution haben Gedenkstätten. Aber die politische Bildung geht zu wenig auf sie ein. Die Demokratie der Revolution ist wie in einem Dornröschenschlaf versunken. Am 12. März 1848 beschlossen Studenten in der Aula der Universität eine Petition an Kaiser Ferdinand. Presse- und Redefreiheit, Freiheit der Universität, Hebung des Volksunterrichtes, Religionsfreiheit, öffentliche Gerichtsverfahren, Geschworenengerichte, ein vom Volk gewähltes Parlament, Volksvertretung der deutschen Landesteile beim Deutschen Bund - das waren die Forderungen. Sie hatten keine Konsequenz.

"Konstitution" wurde zum Zauberwort

Kampf um Wien 1848: Die kaiserlichen Truppen vor den Stadtmauer. 
Kampf um Wien 1848: Die kaiserlichen Truppen vor den Stadtmauer. 

Am 13. März kam es vor dem Niederösterreichischen Landhaus zur Demonstration von Studenten. Der Arzt Adolf Fischhof wiederholte die Forderungen gegenüber den Ständen. Die Rede von Ludwig Kossuth, die er am 3. März im Landtag zu Pressburg gehalten hatte, wurde diskutiert, das Wort "Konstitution" wurde zum Zauberwort, unter dem alles Mögliche verstanden wurde. Immer mehr Menschen aus allen Schichten kamen zusammen, in der in der Herrengasse angestauten Menge wird gefeiert. Die ersten Toten sind zu beklagen. In den Vorstädten wird auf protestierende Proletarier geschossen. Am Abend trat Metternich zurück und floh nach England.

Die ebenfalls revoltierende Nationalgarde und die Akademischen Legion im Gefecht mit dem Regiment Nassau an der Taborbrücke. - © Archiv
Die ebenfalls revoltierende Nationalgarde und die Akademischen Legion im Gefecht mit dem Regiment Nassau an der Taborbrücke. - © Archiv

Am 14. März wurden die Nationalgarde und die akademische Legion aufgestellt. Für die "Märzgefallenen" fanden große Leichenfeiern statt, als eine der ersten Reformen werden Ministerien errichtet. Die vom Kaiser versprochene Verfassung wird vom Innenminister Pillersdorf verkündet, wird aber vor allem wegen des undemokratischen Wahlrechts abgelehnt. Die Wahl zur deutschen Nationalversammlung wird nach dem allgemeinen Wahlrecht durchgeführt.