Mit 1. Jänner ist die Prämienförderung durch die öffentliche Hand (Public-Private-Partnership-Modell) von 50 auf 55 Prozent erhöht worden. Je 27,5 Prozent kommen dabei von Bund und Bundesländern. Dafür fließt aus dem Katastrophenfonds für Schäden, die versicherbar sind, nun kein Geld mehr - nur noch für nicht versicherbare.

Parallel dazu hat das Umweltministerium auch mit den in Österreich tätigen Pflanzenzüchtern ein Projekt mit dem Ziel der Selektion und Züchtung trockenheits- und hitzetoleranter Kulturpflanzen wie Getreide, Leguminosen und Ölpflanzen abgeschlossen - ohne Gentechnik. Die Pflanzenproduktion stehe dabei im Fokus und mit ihr die Erarbeitung von Strategien, heißt es. Diese reichten vom vermehrten Übergang auf Winterkulturen (vor dem Winter eingesät), die die Winterfeuchte besser nutzen, bis hin zur Sortenwahl.

Donau-Bewässerungsprojekt

Der Ausbau der Bewässerung wäre freilich auch eine Option - diese ist aber teuer und kompliziert. Daher müsse man das Geld dafür dort investieren, wo es wirtschaftlich sinnvoll sei, sagt Siffert -zum Beispiel im Weinviertel und südlichen Wiener Becken, wo es wertschöpfungsintensive Kulturen wie Karotten, Grünerbsen und Sojabohnen gibt. Dort sollen die Felder im Zuge eines langfristigen, von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich initiierten Vorhabens mit Donauwasser bewässert werden. Aktuell sei man jedoch noch immer im Anfangsstadium und beim Erstellen der Machbarkeitsstudien, sagt Jürgen Maier, Sprecher von Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf, auf Nachfrage.

Die Sorge, dass es zu wenig Wasser gibt, braucht man beim Trinkwasser grundsätzlich nicht zu haben. Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern wie Deutschland oder Norwegen, wo Oberflächenwasser aus Flüssen und Seen für die Trinkwasserversorgung aufbereitet werden muss, wird der Bedarf in Österreich aus Grund- und Quellwasser gedeckt. Weniger als ein Prozent der theoretisch verfügbaren Menge von jährlich 76,4 Milliarden Kubikmeter wird laut Österreichischer Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) von den Haushalten verwendet.

Das Problem bei der Trinkwasserversorgung sind laut ÖVGW allerdings die Verbrauchsspitzen. Diese werden durch die zunehmende Anzahl an Trockenheitsperioden immer dramatischer und können sehr wohl zu Ressourcenknappheit führen. Konkret geht es um Speicherkapazitäten, die limitierende Faktoren in der Wasserversorgung sind. Werden die Speicher in der Nacht nicht aufgefüllt, weil das Wasser zum Beispiel in die Bewässerungsanlagen der Gärten fließt, fehlen tagsüber die Reserven.

Die Infrastruktur müsse auf den steigenden Spitzenverbrauch ausgerichtet werden, so die ÖVGW. Investitionen in diese Richtung werden allerdings "letztendlich auf den Wasserpreis durchschlagen". Das Umweltministerium will sich jedenfalls für eine Weiterführung der Förderungen der Siedlungswasserwirtschaft einsetzen, heißt es dazu.

Und auch bei der Stromerzeugung merkt man das länger anhaltende Niedrigwasser. 2018 erzeugte der börsennotierte Verbund-Stromkonzern 29.518 Gigawattstunden (GWh) aus Erneuerbaren Energien, trockenheitsbedingt etwas weniger als 2017 (30.639 GWh), hieß es am Mittwoch. Der Erzeugungskoeffizient der Laufkraftwerke sank demnach von 0,99 auf 0,94. Die schlechte Wasserführung im zweiten Halbjahr habe zu "massiven Einbußen in der Stromerzeugung" geführt, so Generaldirektor Wolfgang Anzengruber. Zu viel Wasser in den Flüssen durch anhaltende, starke Regenfälle kann wiederum zur Folge haben, dass die Kraftwerke ausgeschaltet werden - was ebenfalls Verluste bedeutet.