Laxenburg. Weniger Methan in der Erdatmosphäre kann den Klimawandel abbremsen. Mit bereits verfügbaren Technologien wäre es möglich, die Methanemissionen zu begrenzen und so zur Verringerung der Erderwärmung beizutragen. Das berichtet das Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg im Fachjournal "Environmental Research Communications". Methan verdiene in der Klimadebatte mehr Aufmerksamkeit, da es kurzfristig fast zur Hälfte zu der vom Mensch verursachten globalen Erwärmung beiträgt.

Kohleabbau trägt zur Zunahme der Emissionen bei. - © apa/dpa
Kohleabbau trägt zur Zunahme der Emissionen bei. - © apa/dpa

Methan ist eine Verbindung aus der Gruppe der Alkane. Das farb- und geruchlose, brennbare Gas ist der Hauptbestandteil von Erdgas. Es dient als Heizgas und in der chemischen Industrie als Ausgangsprodukt für technische Synthesen. Als Treibhausgas wird es zu Kohlenstoffmonoxid und schließlich zu Kohlenstoffdioxid.

Damit politische Strategien für eine signifikante Methan-Reduktion entwickelt werden können, müsse klar sein, wo und aus welchen Quellen Emissionen entstehen und wie sich diese entwickeln werden, schreibt das Team um Lena Höglund-Isaksson vom IIASA. Es hat ein Treibhausgasmodell entwickelt, das einen starken Anstieg der Methan-Emissionen nach 2010 zeigt, der durch Messungen bestätigt wurde. Die Zunahme erklären die Forscher mit der Schiefergasproduktion in Nordamerika, verstärktem Kohleabbau in Indonesien und Australien und einer zunehmenden Menge an Abfall und Abwasser aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in Asien und Afrika. Weiters gebe es einen kleinen, aber stetigen Anstieg der Methan-Emissionen aus der Rindfleisch- und Milchproduktion in Lateinamerika und Afrika.

Ohne Maßnahmen würde bis 2050 zu einem Anstieg der Methan-Emissionen von 30 Prozent kommen. Obwohl es technisch möglich wäre, 38 Prozent dieser Emissionen durch den Einsatz verfügbarer Technologien zu beseitigen, würde dies immer noch die Freisetzung einer beträchtlichen Menge an Methan zwischen 2020 und 2050 bedeuten. Damit wäre es unmöglich, die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius einzudämmen. Dennoch könnte eine Reduktion der künftigen globalen Methan-Emissionen um 30 bis 50 Prozent erreicht werden.