Mit vorerst 2,1 Millionen Euro für das heurige Jahr will man den 20 Regionen "das richtige Handwerkszeug geben, um sich individuell auf die Bedrohungen wie Hitze oder Starkniederschlag vorzubereiten, Fehlinvestitionen zu vermeiden und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu setzen", sagte Höbarth. Ein neues Skigebiet in 2000 Meter Höhe zu eröffnen sei zum Beispiel wenig sinnvoll.

In weiterer Folge sollen diese für die Regionen "maßgeschneiderten Strategien" als Modelle dienen und auf die jeweils ähnlichen Regionen Österreichs umgelegt werden. Die 2,1 Millionen Euro seien allerdings hauptsächlich für die Installierung eines "Klar!"-Managers vor Ort, der mit den Betroffenen spricht und sich ein Bild der Lage macht, und etwaige Veranstaltungen vorgesehen. Daraus resultierende Investitionsmaßnahmen haben die Gemeinden laut Höbarth selbst zu tragen.

Hochwasser nutzen

Diese Maßnahmen könnten zum Beispiel so aussehen, dass man Hochwasser-Schutzdämme mit Zisternen kombiniert, aus denen man in der nächsten Dürreperiode das Wasser nutzen und auf den Feldern ausbringen kann. Oder, dass man Bäume als Schattenspender pflanzt. Um dem Schädlingsbefall entgegenzuwirken, könnten Forstwirte andere Baumsorten setzen - aktuell frisst sich der Borkenkäfer durch die heimischen Wälder, speziell die Fichten, und schädigt dabei die Bäume bis zum Absterben. Wärme und Trockenperioden begünstigen den Befall.

Auf andere Sorten möchte auch Reinhard Indraczek setzen. Indraczek ist Teil des Projektteams im Pulkautal im Weinviertel nahe der tschechischen Grenze. Die Region umfasst sechs Gemeinden, "und es gibt fast keine Familie, die nicht mit Wein zu tun hat oder davon lebt", sagte Indraczek. Das gemeinsam mit Experten der Zamg und der Universität für Bodenkultur Wien erstellte, 120 Seiten umfassende Konzept, in dem Prognosen und Szenarien für den Zeitraum bis 2050 einflossen, sieht für die Region beim Weinbau eine Bewirtschaftung mit neuen Rebsorten vor. Bewässert sollen diese über das weiter oben erwähnte Zisternen-Modell werden.

"Den Grünen Veltliner wird es weiterhin geben", versicherte Indraczek zwar, "aber er wird sich geschmacklich weiter verändern." Schon jetzt sei er um vieles weniger sauer als in der Großeltern-Generation. Auch die Weinsorten hätten sich bereits verändert: Gab es vor 30 Jahren noch 90 Prozent Weiß- und nur 10 Prozent Rotweine, so sei das Verhältnis heute 70 zu 30, sagte Indraczek.

Der Anteil der Rotweine werde weiterhin steigen. Neben dem Blaufränkischen werde der Zweigelt an Bedeutung gewinnen. Dennoch will man der Weißweinnachfrage auch in Zukunft gerecht werden. Neuburger und Riesling zum Beispiel seien gut trockenverträgliche Weißweinsorten, präzisiert der Präsident des Weinbauverbands, Johannes Schmuckenschlager, auf Nachfrage der "Wiener Zeitung".

Schauweingarten der Zukunft