Leoben. Am Dienstag saß sie als Zeugin im Prozess gegen Ernst Strasser, bald muss sich die ehemalige Europaabgeordnete Hella Ranner (ÖVP) wahrscheinlich selbst als Angeklagte vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Leoben hat die Ermittlungen gegen die frühere Politikerin abgeschlossen. Es geht um den Vorwurf des Betrugs und der Veruntreuung.

Ranner wird von ihrem
früheren Arbeitgeber, einer Linzer Anwaltskanzlei, vorgeworfen, die Kanzlei um zumindest 356.276,62 Euro geschädigt zu haben - "vornehmlich durch erschlichene Prämien und ungerechtfertigt erstellte Honorarforderungen" zwischen 2006 und 2008. Ranner weist alle Vorwürfe zurück. Die Anklagebehörde in Leoben wird nun in den nächsten Wochen die Ergebnisse prüfen und dann weiter entscheiden.

Ranner war unmittelbar vor dem Einlangen der Anzeige mit ihrer Sanierungsfirma in die Pleite geschlittert. Die Überschuldung wurde mit 3,5 Millionen Euro angegeben. Nach Zeitungsberichten, wonach sie ihre Schulden mit EU-Spesenersatz tilgen wollte, musste sie im März 2011 als EU-Mandatarin zurücktreten.