Wien. Nie wieder wird sie sagen, dass irgendein Verhandlungstermin der letzte sei. Zumindest nicht in diesem Verfahren. Das hat Richterin Claudia Moravec-Loidolt am Freitag klargemacht, als sie zum mittlerweile dritten Mal den Prozess rund um den Verkauf der Telekom-Immobilie am Schillerplatz vertagen musste.

Ex-ÖBB-Boss Martin Huber und seine Frau Barbara Huber-Lipp kauften 2006 Teile der Immobilie am Schillerplatz 4 in der Innenstadt um 5,4 Millionen Euro, ein Jahr später verkauften sie sie um knapp elf Millionen an die Seeste Bau. Die Hubers sowie die Ex-Telekom-Vorstände Heinz Sundt und Stefano Colombo sind wegen des niedrigen Verkaufspreises der Untreue angeklagt.

Widersprüchliche Aussagen


Der Sachverständige Roland Popp hatte einen Wert von 9,8 Millionen Euro angenommen. Im Jänner erhielt er einen Nachbesserungsauftrag, beim Verhandlungstermin im März hatte Popp den Wert der Immobilie auf maximal 6 Millionen herunterkorrigiert. Jedoch tauchten Rechenfehler auf, was einen neuen Nachbesserungsauftrag zur Folge hatte. Dazu kam, dass kurz vor dem März-Termin ein Immobilienentwickler dem Staatsanwalt per Mail erklärte, dass er beim Schillerplatz nicht zum Zug gekommen sei, weil, so hätten es ihm Mitarbeiter der Telekom erklärt, "das alles bereits auf höherer Ebene gedealt wurde".

Dieser Mann hätte am Freitag als Zeuge aussagen sollen, meldete sich aber krank. Damit blieben zwei Zeugen übrig, die einander widersprachen: Ein beim Schillerplatz-Deal unterlegener anderer Immobilienentwickler erklärte, er habe mit jenen Personen in der Telekom verhandelt, die auch der fehlende Zeuge erwähnt hatte. Telekom-Mitarbeiter Erich Z. meinte, er sei nicht in die Verhandlungen eingebunden gewesen.

Mit dem letzten Zeugen soll es kommenden Freitag weitergehen - vielleicht der letzte Termin.