Linz. Martina Mara baut seit April ihr Institut für Roboterpsychologie an der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) auf und spricht am Donnerstag beim EFQM-Forum 2018 in der Hofburg über das Zeitalter der Roboter und Algorithmen. Sie wünscht sich neue Bilder von Robotern, weg vom Terminator hin zu einem sympathischen Werkzeug, das mit Menschen zusammenarbeitet.

Die 37-Jährige promovierte 2014 in Psychologie über die Nutzerwahrnehmung menschenähnlicher Maschinen und arbeitete in den vergangenen zehn Jahren im Futurelab, der Forschungseinrichtung des Ars Electronica Centers in Linz, das sich intensiv mit Zukunftsfragen beschäftigt. Ein Zusammentreffen mit Robotik-Professor Hiroshi Ishiguro aus Osaka, der mit seinen Geminoids Roboter so menschenähnlich wie möglich bauen will, weckte das Interesse an der Reaktion der Menschen auf die ihnen ähnlichsehenden Maschinen. Den Ansatz den Menschen nachzubauen findet Mara aber absurd. "Die Forschung zeigt, dass sich viele Menschen schwer damit tun, wenn man Mensch und Maschine kaum mehr unterscheiden kann. Dann machen wir es uns doch leichter und gestalten Roboter so, dass sie klar als Maschine erkennbar bleiben."

Generell sieht sie die Repräsentation von künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik im öffentlichen Raum fast ausschließlich als Humanoiden und Androiden kritisch. "Das befeuert Ängste, den Menschen als Gesamtes, also in kognitiven, sozialen wie emotionalen Aspekten, zu ersetzen." Diese sind für Mara unbegründet, da müsse man weg vom Ersetzen hin zum Ergänzen. Natürlich haben Roboter und KI den Menschen in bestimmten Domänen etwas voraus, "gleichzeitig gibt es sehr viele Bereiche, in denen ein Roboter dem Menschen niemals das Wasser reichen können wird". Ihrer Ansicht nach solle man eher die Synergien nutzen und mit Unterstützung der Maschinen wichtige Zukunftsfragen angehen, etwa in der medizinischen Diagnostik oder in Fragen des Klimawandels. Nicht der Terminator, wie sich viele Menschen die künstliche Intelligenz vor Augen führen, sondern das sympathische Werkzeug ist für Mara ein wünschenswertes Bild. Etwa in der Pflege, wo es nicht um "scheinempathische Humanoiden am Bett von der Oma" gehe sondern um echte Unterstützung des Pflegepersonals mit Transportrobotern, die im Hintergrund schon Bettwäsche und Medikamente bringen. "Mein Ansatz ist auch, dass Roboter so intuitiv werden, dass selbst wenig geschulte Menschen mit ihnen zusammenarbeiten können", denkt Mara an ältere oder wenig technikaffine Leute.