Paris/New York, 13. Mrz (Reuters) - Frankreich und seine afrikanischen Verbündeten wollen sich Diplomaten zufolge für einer Schnelle Eingreiftruppe als Teil des UN-Friedenseinsatzes in Mali starkmachen. Die schwer bewaffneten Spezialkräfte sollten dafür sorgen, dass jede wieder aufflammende islamistische Bedrohung abgewehrt werden könne, sagten Diplomaten am Dienstagabend.

Die Vereinten Nationen erwägen die Entsendung einer 10.000 Mann starken Friedenstruppe in die frühere französische Kolonie. Sie soll dort noch vor den für Juli geplanten Präsidenten- und Parlamentswahlen stationiert werden und den Frieden nach dem Abzug der französischen Truppen sichern.

Frankreich hat im Januar in dem afrikanischen Land eine Boden- und Luftoffensive gegen die Islamisten gestartet, die zwei Drittel des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Aktuell liefern sich die französischen Truppen gemeinsam mit Soldaten aus dem Tschad heftige Kämpfe mit den Islamisten im Norden Malis. Sie hoffen, die Lage dort bis Ende März zu entschärfen.

Die Eingreiftruppen hätte Diplomaten zufolge die Möglichkeit, das Feuer zu eröffnen, ohne auf einen Angriff warten zu müssen. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon soll dem Sicherheitsrat bis Ende des Monats Empfehlungen für den Friedenseinsatz in Mali vorlegen. Ein Votum darüber könnte bis Mitte April stattfinden.

Frankreich plant, im kommenden Monat mit dem Abzug seiner 4000 Soldaten aus Mali beginnen. Dann soll die afrikanische Truppe Afisma übernehmen, die später die UN-Truppe bilden könnte. Afisma umfasst rund 6000 Soldaten zum Großteil aus Westafrika. Darunter sind etwa 2000 Soldaten aus dem Tschad. Zu der Eingreiftruppe könnten Spezialkräfte aus dem Tschad sowie aus Burundi gehören.