• vom 14.01.2014, 17:44 Uhr

Mariahilfer Straße

Update: 15.01.2014, 15:22 Uhr

Mariahilfer Straße

100 Grüne auf Hausbesuch




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Von Bernd Vasari

  • Grüne starten eigene große Kampagne, um für Umgestaltung der Mariahilfer Straße zu werben
  • Wiener Parteien bringen sich vor "Mahü"-Befragung ein letztes Mal in Stellung.

Wenn Bürger mit Nein abstimmen, wird die "Mahü" laut Maria Vassilakou (M.) rückgebaut. Ob sich die Bezirksvorsteher von Neubau (l.) und Mariahilf (r.) auch daran halten, ist aber fraglich.

Wenn Bürger mit Nein abstimmen, wird die "Mahü" laut Maria Vassilakou (M.) rückgebaut. Ob sich die Bezirksvorsteher von Neubau (l.) und Mariahilf (r.) auch daran halten, ist aber fraglich.© apa/Hochmuth Wenn Bürger mit Nein abstimmen, wird die "Mahü" laut Maria Vassilakou (M.) rückgebaut. Ob sich die Bezirksvorsteher von Neubau (l.) und Mariahilf (r.) auch daran halten, ist aber fraglich.© apa/Hochmuth

Wien. Die Debatte um eine mögliche Umgestaltung der Mariahilfer Straße biegt langsam aber sicher in die Zielgerade ein. Der Termin für die Befragung (17. Februar bis 7. März) steht fest und die Parteien bringen sich ein letztes Mal in Stellung, um die Bürger von ihren jeweiligen Forderungen zu überzeugen. Auch die Wirtschaftskammer Wien mischt noch einmal mit. Am meisten Aufwand werden in den nächsten Wochen die Grünen betreiben. Schließlich wäre ein Nein bei der Befragung im Jahr vor der Wien-Wahl eine empfindliche Niederlage für die Partei.

Die größte Kampagne aller Wiener Parteien werden daher die Grünen fahren. Kostenpunkt: 250.000 Euro. In der Kampagne mit dem Motto "Du entscheidest die Mahü!" wollen die Grünen für ihre Vorstellung von Urbanität und Modernität auf Wiens größter Einkaufsstraße werben. Demnach würden nach einer Zustimmung der Bürger zur Verkehrsberuhigung etwa eine barrierefreie Nutzung der gesamten Straße und eine ebene Ausführung kommen sowie mehr Platz für Kinder und Spielgeräte, mehr Aufenthaltsbereiche und W-Lan, das man beim Umbau der Beleuchtung installieren würde.


Freiwillig von Tür zu Tür
In einer groß angelegten Hausbesuchskampagne werden ab 27. Jänner 50 Zweipersonenteams parallel im 6. und 7. Bezirk unterwegs sein, mit dem Ziel, jeden Haushalt persönlich über die Befragung zu informieren. Laut dem Klubobmann David Ellensohn wird für die Hausbesuche niemand angeheuert, sondern es werden ausschließlich Parteimitglieder angefangen von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou bis zum Bezirksrat auf freiwilliger Basis unterwegs sein.

Auch mit Plakaten wird man für die Fußgängerzone werben. Die zwei Sujets stehen schon fest: Ein Kleinkind samt Slogan "Gute Luft ja? Oder baba?" bzw. ein Hund inklusive dem Spruch "Fußgängerzone ja? Oder baba?" sollen die Anrainer überzeugen. Ab 17. Jänner werden zudem Inserate in diversen Wiener Tages- und Wochenzeitungen geschaltet. Einen eigenen Folder für Radfahrer wird es auch geben. Um Wünsche oder Frust zu deponieren, richten die Grünen ein "BürgerInnenbüro" in der Parteizentrale (Lindengasse 40) sowie eine Infohotline (01/5226969) ein.

Zur Befragung zugelassen sind alle Bürger des 6. und 7. Bezirks, sofern sie älter als 16 Jahre und EU-Staatsbürger sind. Für die Wiener Wirtschaftskammer (WKW) ist das zu wenig. Bereits in den vergangenen Wochen kritisierte man, dass nur Bewohner und nicht Geschäftsleute zur geplanten Fußgängerzone befragt werden. "Sie vom Entscheidungsprozess auszuschließen, ist wirtschaftsfeindlich und ein Angriff auf die klein- und mittelbetriebliche Struktur in unserer Stadt", so Präsidentin Brigitte Jank. Um auch die Sichtweise der Wirtschaftstreibenden in die laufende Diskussion einzubringen, hat die WKW nun eine Befragung der Unternehmer im 6. und 7. Bezirk gestartet. 1000 Personen werden zur aktuellen Verkehrssituation und Veränderungen bei Kundenfrequenz und Umsatz befragt. Das Ergebnis soll in etwa sechs Wochen - also Ende Februar - vorliegen. Für die WKW muss das Verkehrskonzept neu durchdacht werden, da die Seiten- und Nebenlagen unter einer Fußgängerzone leiden würden. Man fordert daher die Rücknahme von Sackgassen und neu entstanden Einbahnen. Wie viel die Befragung der Unternehmer kostet, will man vonseiten der WKW nicht preisgeben.

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Dokument erstellt am 2014-01-14 17:47:05
Letzte Änderung am 2014-01-15 15:22:36



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