• vom 11.08.2011, 17:35 Uhr

Netzregulierung

Update: 11.08.2011, 17:38 Uhr

Privatsphäre

"Moderne Technologien erschweren den Schutz der Privatsphäre"




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Gregor Kucera

  • Die größte Gefahr sind die guten Freunde
  • Die Probleme: Daten und Bilder werden verknüpft.
  • Rückschlüsse auf sensitive Daten immer leichter möglich.
  • US-Wissenschaftler blickt in die Zukunft.

Wie sieht es mit der Privatsphäre in der digitalen Ära aus? Welche Veränderungen erwarten die Anwender in den kommenden Jahren? Welche Gefahren zeichnen sich am Horizont ab und wie kann man sich schützen? Und haben soziale Netzwerke die größten Identitäts-Datenbanken der Welt geschaffen?


Die Wiener Zeitung sprach über diese Themen mit Alessandro Acquisti, Professor am Heinz College der Carnegie Mellon University in Philadelphia. Acquisti beschäftigt sich in seinen neuesten Forschungen mit der Frage, wie weit sich Privatsphäre im digitalen Zeitalter verändert hat und wie die Anwender mit sozialen Netzwerken leben lernen müssen.

Am Wochenende stellte Acquisti auf der US-Hackerkonferenz "Black Hat" seine neuesten Forschungsergebnisse zum Thema der potenziellen Gefahren in sozialen Netzwerken vor und warnte vor den Gefahren durch Bilderkennungssoftware und der Verknüpfung von Daten. Vor allem in sozialen Netzwerken finden sich - eigentlich wenig sensible - Daten, die aber im Kontext zu anderen Dokumenten ein sehr deutliches Bild eines Individuums ergeben können.

Wiener Zeitung: Gibt es im Digitalen Zeitalter überhaupt noch Privatsphäre?

Acquisti: Ich würde es so formulieren: Die modernen Informationstechnologien machen es den Anwendern immer schwerer ihre Privatsphäre und ihre Daten zu schützen. Selbst als Individuum, das auf Datenschutz achtet und sich damit beschäftigt, ist man oft nicht mehr in der Lage, sich zu schützen.

Wieso ist das so? Ist man der Technologie ausgeliefert?

Es ist einfach so, dass schon sehr viel Information da draußen zu finden ist. So viele persönliche Daten und Angaben lassen sich aufspüren, einsehen und verbinden. Das Problem dabei ist, dieses Datenmaterial liegt auf Datenbanken bei Behörden oder bei Unternehmen und damit fernab unserer Kontrolle und Einflusssphären.

Ist Privatsphäre damit ein Auslaufmodell? Braucht man sie überhaupt noch?

Ich denke sehr wohl, dass es einer Privatsphäre auch und gerade im digitalen Zeitalter bedarf. Allerdings zeigt sich in Diskussionen und Vorträgen immer wieder, dass es unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema gibt. Es variiert von Mensch zu Mensch, was als schützenswert angesehen wird und welche Daten man guten Gewissens hergeben kann und will.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Schlagwörter

Privatsphäre, Facebook

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-08-08 09:00:35
Letzte Änderung am 2011-08-11 17:38:46


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Älteste Frauenstatue der Welt gefunden
  2. Worin Stephan Schulmeister irrt
  3. Das Ende eines Weltrevolutionärs: ein österreichisches Erweckungserlebnis in Leipzig
  4. Subversive Wasserzeichen für Österreich
  5. Salzburger Kompromisssuche
Meistkommentiert
  1. Die zehn verlorenen Jahre nach der Lehman-Pleite
  2. Salzburger Kompromisssuche
  3. Verkehrte Netflix-Welten
  4. Die Zukunft hängt von uns ab
  5. Grenzen der Verschuldung

Werbung




Werbung