• vom 26.07.2012, 08:00 Uhr

Olympia 2012

Update: 26.07.2012, 18:48 Uhr

London 2012

216 plus zwei




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Von Birgit Riezinger

  • Olympia: Die Chance der "Randsportler"
  • Bei Olympia rücken Sportler in den Fokus, für die sich sonst keiner interessiert.

Monatelang schuften sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit - kaum einer interessiert sich dafür, was hinter verschlossenen Kraftkammern und Trainingshallen abgeht - und dann kommt Olympia. Plötzlich stehen Reporter vor der Tür - die sich ansonsten vornehmlich für Fußball oder Skisport interessieren. Aber wenn Olympia ist, ist Olympia. Das ist schließlich das größte Sportereignis überhaupt. Und Österreich? Ist auch dabei. Auch wenn's im Sommer für rot-weiß-rote Athleten weitaus weniger zu holen gibt, als im Winter. Trotzdem. Medaillenchancen hat immer irgendjemand. Judoka, Segler, Kanuten zum Beispiel. Und dann gibt's da noch die anderen, die auch noch dabei sind, die sich vier Jahre lang einen Haxen ausgerissen haben für das große Ziel Olympia. Einmal dabei sein. Für Synchronschwimmerinnen, Turner, Ringer und all die anderen "Randsportler" ist es in der Regel das ultimative Karriereziel. Das Erlebnis - dann häufig ein unvergessliches. In zwei von 218 Wochen rücken sie ins Fokus des Interesses, werden von der Randnotiz zur Aufmachergeschichte.

Das ist das Schöne an Olympia, dass diesen Sportlern endlich die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die sie verdienen. Wenngleich es natürlich auch innerhalb der Olympischen Spiele eine Rangordnung gibt. Leichtathletik kommt vor Gewichtheben, Schwimmen vor Segeln und Turnen vor Rhythmischer Gymnastik - aber Basketball dafür vor Fußball. Und untergehen kann man in der Masse der Bewerbe und Teilnehmer natürlich auch schnell mal. Trotzdem: Olympia ist Olympia.

Und Sportler, die bei den Spielen antreten, lieben ihren Sport. Anders geht's gar nicht. Denn das Leben eines "Randsportlers" ist kein Honiglecken. Sechs, sieben Stunden Training täglich, daneben Schule, Studium oder Arbeit. Und irgendwie schauen müssen, über die Runden zu kommen. Schließlich ist ein "Randsport" ja nicht per se billiger als ein Mainstream-Sport. Ohne Unterstützung von Sporthilfe, Bundesheer und/oder dem einen oder anderen Sponsoren ginge da gar nichts. Vieles müssen sich die Athleten dennoch selbst finanzieren und organisieren. Dicke Ferraris und Luxus-Apartments haben andere. Die Gefahr des Abhebens auch.

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Wenn diese Sportler mal ihre Karriere beenden, stehen sie dafür meist nicht mit leeren Händen da. Viele haben maturiert, neben der Laufbahn studiert oder einen Beruf ausgeübt. Auch, weil sie darauf angewiesen waren. Und spätestens beim Volleinstieg ins Berufsleben, können sie die Skisportler und Fußballer, die während ihrer Karriere häufig nur den Sport im Fokus hatten, eindeutig in den Schatten stellen. Und dass sich dann keiner mehr für sie interessiert, ist auch locker verkraftbar - war vorher ja nicht viel anders.

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Schlagwörter

London 2012, Randsportler

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-07-25 16:06:04
Letzte Änderung am 2012-07-26 18:48:58



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