Der Verzehr von grünen Kräutern oder grünem Gemüse an diesem ersten Kartag ist bereits im 14. Jahrhundert nach Christus überliefert, wird aber vermutlich noch länger praktiziert.

Der Karfreitag ist der strengste Fasttag der Christen - neben dem Aschermittwoch, der die Fastenzeit einläutet. Für die evangelischen Christen ist der Todestag Jesu der höchste Feiertag - weshalb ihnen bisher in Österreich ein Feiertag zugestanden wurde, der allerdings vor den EuGH nicht standhielt. Jetzt dürfen sich alle Österreicher einen persönlichen Urlaubstag aus ihrem bestehenden Urlaubsportfolio wählen. Die Evangelischen haben so einen Feiertag verloren.

Kreuzwegandacht um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu

Am Karfreitag ist nur eine Sättigung erlaubt, strengstens verboten sind Fleisch und Fleischprodukte. Früher wurde häufig in bestimmten Regionen Fisch als "Armeleuteessen" serviert. In katholischen Familien werden am Karfreitag Erdäpfel mit Butter, höchstens noch eine Gemüsesuppe gereicht.

Um 15 Uhr, was der neunten Stunde in Jerusalem entspricht, wird in der Kreuzwegandacht des Todes Jesu am Kreuz gedacht.

In der katholischen Kirche wird am Abend die Karfreitagsliturgie zelebriert - ohne Orgelmusik, denn diese hat sich am Gründonnerstag gemeinsam mit den Glocken nach Rom verabschiedet. Im Rahmen dieser Liturgie findet die Kreuzverehrung statt. Zu dieser bringen die Gläubigen Blumen mit, die zur Auferstehungsfeier am Karsamstag den Altar schmücken. Das Ende der Karfreitagsliturgie bildet die Grablegung. In vielen Gemeinden wird dafür das Heilige Grab aufgebaut.

Vormittag und Nachmittag des Karsamstags sind der Anbetung vor dem Heiligen. Grab vorbehalten. In der Regel werden dazu die Erstkommunionkinder und Ministranten eingeteilt, damit das Heilige Grab nie unbewacht ist.

Am späten Nachmittag werden vom Priester die Speisen, die in geschmückten Körben zur Kirche getragen werden, gesegnet. Nach den Entbehrungen der Fastenzeit ist die Freude auf den reichlich gedeckten Gabentisch groß.

Auferstehungsprozession mit Monstranz und Osterlicht

Höhepunkt der Karwoche ist die Auferstehungsfeier, die meist am Abend des Karsamstags, manchmal auch in den frühen Morgenstunden des Ostersonntags gefeiert wird. Zu Beginn wird das Osterfeuer entzündet - Palmzweige des Vorjahres werden verbrannt, die daraus entstehende Asche wird für das Aschenkreuz am Aschermittwoch des nächsten Jahres verwendet. Mit der brennenden Osterkerze zieht der Priester in die Kirche ein und verkündet: "lumen Christi". Das Licht wird an die Gläubigen weitergegeben. Teil der Osternacht ist die Segnung des Taufwassers.

Am Ende der Messfeier zieht die Gemeinde mit dem Allerheiligsten (Monstranz mit Hostie) durch die Straßen, in den Händen das Osterlicht, und singt: "Der Heiland ist erstanden."