Die Angst, dass die Bemühungen zur Eindämmung des Coronavirus über Ostern zunichtegemacht werden, geht nicht nur in Österreich um. Die eben erst angelobte slowakische Regierung etwa hat sich zu rigorosen Maßnahmen entschlossen.

Der von der rechtskonservativen Regierung von Igor Matovic verhängte Notstand wird bis zum 13. April verschärft. Es gilt ein Ausgangs- und Versammlungsverbot, das von tausenden Polizisten und 1500 zusätzlich mobil gemachten Soldaten kontrolliert wird. Bei Missachtung der Ausgangssperre drohen empfindliche Geldstrafen von bis zu 1650 Euro.

Damit will man verhindern, dass tausende vor allem junge Slowaken, die im Westen des Landes arbeiten, über die Feiertage in ihre Heimatorte im strukturschwachen Osten reisen. Anders als etwa in Frankreich ist Ostern in der weitgehend katholischen Slowakei ein wichtiges religiöses Fest.

Eine Ausnahme gibt es für Ausflüge in die Natur, wobei aber keine größeren Menschengruppen erlaubt sind und die Grenzen des Wohnbezirks nicht überschritten werden dürfen. Im Fall von Bratislava und Kosice bezieht sich dies auf das ganze Stadtgebiet. Parallel dazu sollen die Grenzen streng kontrolliert werden. Aus Österreich kann man über Kittsee, Berg und Hohenau einreisen.

Messen gestrichen

Im benachbarten Tschechien will man nicht ganz so rigoros vorgehen. Hier sieht man das Problem weitgehend unter Kontrolle. "Wir haben das Schlimmste sicherlich hinter uns", meinte Gesundheitsminister Adam Vojtech zuletzt.

Laut Beschluss des Minderheitenkabinetts in Prag darf man in Böhmen und Mähren seit Dienstag wieder Tennis und Golf spielen. Zudem haben erste in der Corona-Krise geschlossene Geschäfte seit Donnerstag wieder geöffnet, darunter Hobby- und Baumärkte, der Eisenwarenhandel sowie Fahrradwerkstätten. Gleichzeitig werden die Hygieneregeln für den Einzelhandel verschärft: Der Mindestabstand zwischen Kunden muss jetzt zwei Meter betragen, am Eingang müssen Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe bereitgestellt werden. Das strikte Ausreiseverbot wird nach Ostern gelockert. Derzeit gilt ein Versammlungsverbot. Mehr als zwei Menschen dürfen sich nicht an einem Ort aufhalten.

In Deutschland sind zu Ostern alle evangelischen und katholischen Messen gestrichen. Wer das Fest kirchlich feiern will, muss den Fernseher einschalten oder wird auf einen Livestream-Kanal verwiesen.

Keine Ostermärsche

Die traditionsreichen Ostermärsche für Frieden fallen ebenso aus. Die Aktivisten sollen stattdessen bunte Fahnen aus den Fenstern hängen, hieß es in einem Aufruf. Der Mindestabstand zu Mitmenschen beträgt in Deutschland 1,5 Meter.

"Spritztouren" sind untersagt. Wer das eigene Fahrzeug benutzt, muss einen triftigen Grund haben. Besuche bei Bekannten und Verwandten sollen ebenfalls unterbleiben. Die Regeln sind aber je nach Bundesland unterschiedlich. In Nordrhein-Westfahlen wird ein Picknick im Freien mit 250 Euro bestraft.

In Italien bleiben die drastischen Maßnahmen über Ostern in Kraft. Die Ostermesse im Vatikan, an der sonst tausende Gläubige teilnehmen, wird heuer ohne Publikum über die Bühne gehen. "Wegen des aktuellen internationalen Gesundheitsnotstands werden alle liturgischen Feiern der Karwoche ohne die physische Anwesenheit der Gläubigen stattfinden", heißt es in einer Stellungnahme der päpstlichen Präfektur. Außerdem sind im Vatikan weiter alle Museen und Sehenswürdigkeiten geschlossen, die Mitarbeiter des Papstes arbeiten überwiegend im Homeoffice.

In Spanien und Frankreich gelten die strikten Maßnahmen auch zu Ostern. In Spanien dürfen die Menschen nur in Sonderfällen vor die Türe, Spaziergänge und Sport sind nicht erlaubt.

In Jerusalem wird dass Osterfest heuer erstmals ohne Pilger gefeiert. In der Altstadt von Jerusalem, wo die Via Dolorosa, der Leidensweg Jesu verläuft, führt die Polizei strenge Kontrollen durch. (schmoe)