Eichhörnchen verteilen ihre Vorräte an unzähligen Stellen. - © fotolia
Eichhörnchen verteilen ihre Vorräte an unzähligen Stellen. - © fotolia

Berlin. Der Osterhase ist eigentlich eine komplette Fehlbesetzung. Schließlich sieht sein Stellenprofil vor allem eine Aufgabe für ihn vor: Leckereien verstecken. Und dafür sind Feldhasen einfach nicht qualifiziert. Denn statt ihr vegetarisches Menü irgendwo zu verbergen, fressen sie es lieber direkt auf. Für österliche Versteckspiele hätte die Tierwelt also ein paar deutlich bessere Kandidaten zu bieten.

Viele davon stellen ihre Talente aber nicht zu Ostern, sondern eher im Herbst unter Beweis. Eichhörnchen etwa verbringen dann täglich Stunden damit, Nüsse und andere Nahrung für den Winter in Astgabeln und Rindenspalten zu deponieren oder im Boden zu vergraben. Auch Eichelhäher machen sich viel Arbeit, wenn sie ihre Wintervorräte an den verschiedensten Stellen verbergen. So hat ein einziger Vogel in Sachsen-Anhalt in nur drei Wochen nachweislich 2200 Eicheln versteckt. In anderen Studien kamen einzelne Vögel sogar auf bis zu 5000 Exemplare.

Ähnlich fleißig ist auch der Tannenhäher Nucifraga caryocatactes, der in den Alpen und anderen nadelwaldreichen Regionen vorkommt. Geschickt pickt er die Kerne aus den Zapfen der Zirbelkiefer und verstaut sie in bis zu 10.000 Verstecken.

Diese dezentrale Lagerung hat einen großen Vorteil: Sollten andere hungrige Eichel- oder Nussfans ein Versteck entdecken und plündern, ist nicht gleich der ganze Wintervorrat dahin. Jedoch hat die Sache auch einen Haken. Irgendwie muss man seine Schätze ja auch wiederfinden. Und das ist schwieriger, wenn sie statt in einer zentralen Vorratskammer in hunderten von Verstecken lagern.

Wenn sie mit knurrendem Magen eines ihrer Depots aufsuchen wollen, lassen sich Säugetiere gern von ihrer Nase leiten. Vögel dagegen merken sich markante Wegweiser wie Steine, Bäume und andere Besonderheiten der Landschaft. Vor allem die Rabenverwandtschaft kann sich dabei nicht nur auf ihr gutes räumliches Orientierungsvermögen verlassen, sondern auch auf ein sehr gutes Gedächtnis. So haben Russell Balda von der Northern Arizona University und Alan Kamil von der University of Massachusetts das Erinnerungsvermögen des Kiefernhähers Nucifraga columbiana getestet. Diese Vögel, die in den Kiefernwäldern im Westen Nordamerikas leben, konnten sich noch nach mehr als neun Monaten ziemlich genau an ihre Futterverstecke erinnern.

Ökologisch ein Glück