Beruflich und gesundheitlich waren die goldenen Zeiten für Kratky-Baschik vorbei. 1882 hatte er Probleme wegen Baumängel in seinem Zaubertheater, die er erst nach mehrmaligen Verwarnungen der Behörde beheben sollte. Langsam ging seine Ära zu Ende und Kratky-Baschik war immer seltener zu sehen. Schlaganfälle und der Graue Star trugen ihr Übriges dazu bei.

Anton Kratky-Baschik starb 1889 und hinterließ ein Vermögen von nahezu 70.000 Gulden. "Was die wenigsten heute wissen: Der geborene Tscheche hatte zeitlebens nie richtig Deutsch gesprochen, er ‚böhmakelte‘, wie man dazu sagte - und das führte besonders bei öffentlichen Vorführungen zu amüsanten Szenen", grinst Kaldy-Karo. "Aber das war nicht bösartig, Kratky-Baschik war äußerst beliebt und sein Begräbnis am 30. August wurde zum regelrechten Spektakel."

Mathias Kratky leitete das Theater bis zu seinem Tod 1903 weiter, konnte aber nicht an frühere Erfolge anschließen. Als neues Unterhaltungsphänomen etablierte sich das Kino als "Theater der kleinen Leute" und bot der Jugend eine neue Quell der Freude. Das Zaubertheater geriet in den Hintergrund, wurde allerdings noch bis 1911 notdürftig von verschiedenen Besitzern weiterbetrieben. Der Grund der Schließung soll ein junger Mann gewesen sein, der mit seiner Steinschleuder auf eine Geistererscheinung schoss - und die für diese Illusion erforderliche riesige Spiegelglasscheibe zerstörte.

Kaldy-Karo fand in seinen Forschungen allerdings heraus, dass dies nur ein "Gschicht’l" ist. Was allerdings stimmt, ist, dass das Theater 1912 demoliert wurde, da das Holz bereits morsch war. Heimito von Doderer setzte mit seiner Erzählung "Ein anderer Kratki-Baschik" (1956) seinem heute noch existierenden Stammlokal Zur Stadt Paris beim Wiener Rathaus ein Denkmal. 1963 wurde der Kratky-Baschik-Weg im Prater nach ihm benannt. Und in gewissen Zaubertheatern soll sein Geist bis heute erscheinen...