Daraufhin wurde die Olympia-Arena gebaut, Europas damals größte Freilichtbühne: 30 Meter breit und 40 Meter tief. Dort konnten mächtige Stücke wie "Die Reise um die Erde in 80 Tagen" mit Musik von Franz von Suppé aufgeführt werden, später waren dort auch Havemanns Raubtiergruppen und Ettore Tiberios Stierkämpfe zu sehen. 1911 entstand auf dem Gelände "Liliput", die Märchenstadt für Kleinwüchsige, zu der auch ein "Narrenpalast" errichtet wurde.

Gabor Steiner ging nach finanziellen Eskapaden 1912 nach London und in die Schweiz, um der damals üblichen Schuldhaft zu entgehen. Sein Sohn Max lebte nach dem Zusammenbruch der Lagunenstadt in London, ab 1914 in New York, und war ab 1929 als Filmkomponist für Hollywood tätig. Auf sein Konto gehen die Musik zu "Vom Winde verweht" (1939) und "Casablanca" (1943). Er half seinem Vater über finanzielle Engpässe hinweg und organisierte dessen Emigration in die USA. Gabor Steiner starb 1944 als 86-Jähriger in Hollywood. Das Riesenrad wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, und doch: Es dreht sich bis heute, und das echte Venedig ist noch immer nicht versunken.