Wien. Die geglückte Landung des NASA-Rovers "Curiosity" ist für den Raumfahrtexperten Gernot Grömer vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) "ein bisserl ein Wunder". Die erstmals eingesetzte Landemethode sei "unglaublich riskant, unglaublich abenteuerlich, nun aber auch unglaublich erfolgreich", so Grömer im Gespräch mit der APA. Der aus Österreich stammende ESA-Generalinspekteur Rudolf Schmidt bezeichnete die Landung als "gigantischen Erfolg für die NASA und die gesamte Marsforschung", da es mit dem neuen Landeprinzip endlich möglich sei, "große und schwere Gegenstände auf dem Mars zu landen".

Schmidt, der 2003 die europäische Mission "Mars-Express" geleitet hat: "Ich wäre gerne dabei gewesenen, aber es ist halt ein amerikanisches Projekt, da kann man nichts machen. Da müssen wir Europäer uns anstrengen, um mitzuhalten." Live dabei waren laut Grömer rund 30 Personen in einem Hörsaal der Uni Innsbruck, die bei einem "Landing Breakfast" einen Livestream aus dem Kontrollzentrum am NASA Jet Propulsion Center verfolgten. So groß die Freude bei den NASA-Ingenieuren war, so groß sei auch die Erleichterung von zwei Innsbrucker Studenten gewesen, deren geplante PhD-Arbeit vom Erfolg der Mission abhängt.

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Neue Ergebnisse in zwei bis drei Wochen erwartet
Noch ist nach Einschätzung Grömers bei der Mission "nicht alles gegessen", aber man habe "90 Prozent dessen, was schiefgehen kann, bereits geschafft". Laut Schmidt wird die NASA in den nächsten Tagen und Wochen nun die Systeme austesten, also mit dem Rover "vorwärts und rückwärts fahren, Elektronik und Software testen". "In den nächsten zwei, drei Wochen kommen vielleicht dann die ersten neuen Ergebnisse von den neuen Instrumenten". Für Grömer beginnt mit dem heutigen Tag eine "neue Phase in der Marsforschung", ganze Generationen von Wissenschaftern würden mit der Auswertung der gesammelten Daten beschäftigt sein.

Grömer freut auch besonders, dass "Curiosity" offenbar präzise im angepeilten Gebiet gelandet ist. Eine solche Präzisionslandung sei wichtig für den nächsten Schritt, eine Probenrückhol-Mission. "Und auch einer bemannten Mission zum Mars sind wir damit ein Stückchen näher gekommen", sagte der Experte vom ÖWF, das derzeit einen Prototypen für einen Marsanzug entwickelt und in bei aufwendigen Simulationen mit internationaler Beteiligung testet.