• vom 20.08.2012, 17:51 Uhr

Raumfahrt

Update: 21.08.2012, 13:34 Uhr

Astronomie

Die "Curiosity" leistet wichtige Vorarbeit




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Von Christian Lukner

  • Gastkommentar
  • Seit zwei Wochen forscht eine US-Sonde auf dem Mars. Diese Mission ist von großer Bedeutung für spätere bemannte Flüge zu unserem Nachbarplaneten.

Christian Lukner hat Physik und Chemie studiert und als Gastwissenschafter in den USA gearbeitet. Danach war er im deutschen Forschungsministerium in Bonn tätig.

Christian Lukner hat Physik und Chemie studiert und als Gastwissenschafter in den USA gearbeitet. Danach war er im deutschen Forschungsministerium in Bonn tätig. Christian Lukner hat Physik und Chemie studiert und als Gastwissenschafter in den USA gearbeitet. Danach war er im deutschen Forschungsministerium in Bonn tätig.

Bei der Mars-Mission mit dem Rover "Curiosity" geht es primär um die Frage, ob auf dem Mars in früheren Zeiten Bedingungen vorhanden waren, sodass sich "Leben" entwickeln konnte. Voraussetzung dafür ist die Existenz von Wasser. Es wird auch nach Kohlenstoff beziehungsweise organischen Kohlenstoffmolekülen gesucht, die als Bausteine des Lebens gelten. Die Strukturen auf der Oberfläche deuten auf Wasser oder frühere Wasserströmungen hin. Darüber hinaus misst der Rover die solare und kosmische Strahlung, um das Gefährdungspotenzial für Astronauten abschätzen zu können, im Hinblick auf eine bemannte Mission (möglich ab etwa 2030).

Für die Bodenuntersuchungen ist der Rover in einem Kratergebiet gelandet, in dessen Zentrum sich der mehr als 5000 Meter hohe Berg Aeolis Mons erhebt. An seinen Hängen wird der Roboter aus verschiedenen Gesteinsschichten Proben entnehmen und analysieren, was jedoch erst in ein paar Wochen der Fall sein wird. Man vermutet, daß der Krater wie ein Becken einst mit Wasser gefüllt war.


"Curiosity" ist ein Elektrofahrzeug, das verschiedene Messinstrumente für die Analysen an Bord hat. Mit dem Greifarm werden die Geräte (etwa Bohrer) bedient. Vier der Aluminium-Räder können gesteuert werden, sodass der Rover sich in alle Richtungen bewegen kann. An Stangen ist eine hochauflösende Kamera befestigt sowie ein Laser, der noch in sieben Metern Entfernung Gesteine zum Schmelzen bringen kann. Mit Hilfe eines Massenspektrometers und eines Gas-Chromatographen können die Proben analysiert werden. Anschließend werden die Messdaten per Telemetrie zur Erde gefunkt. Die hauptsächliche Steuerung und Überwachung erfolgt vom Kontrollzentrum in Pasadena (USA) aus.

Der Mars-Rover wiegt rund 900 Kilo und hat etwa die Größe eines Kleinwagens. Der Energieversorgung kommt eine besondere Bedeutung zu. "Curiosity" bezieht zum Antrieb des Fahrzeugs und zum Betrieb der Geräte Energie aus einer Atom-Batterie. Der radioaktive Zerfall von Plutonium-238 wird ausgenutzt, um aus der dabei entstehenden Wärme Strom zu produzieren. Bei der Entwicklung der Detektoren wurde auf eine energiesparende Betriebsweise besonders großer Wert gelegt; der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und von der Uni Kiel gebaute "Radiation Assesssment Detektor" braucht nicht mehr Strom als eine Energiesparlampe!

Das 2,5-Milliarden-Dollar-Projekt hat eine große Bedeutung sowohl für die Grundlagenforschung (Astrobiologie) als auch im Hinblick auf eine bemannte Raumfahrtmission ab 2030. Bei aller Euphorie sollten wir jedoch nicht vergessen werden, dass der Mars Teil unseres eigenen um die Sonne kreisenden Planetensystem ist. (Entfernung Erde-Mars: 40 bis 400 Millionen Kilometer). Die Weiten des Alls sind noch viel größer und werden in Zukunft eine noch größere Herausforderung für die Weltraumforschung bedeuten. Die Vielfalt der noch offenen Forschungsaufgaben erfordert die Zusammenarbeit verschiedenster Fachdisziplinen von Biologie über Physik bis hin zu Material- und Rohstoffwissenschaften.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-08-20 17:56:06
Letzte ─nderung am 2012-08-21 13:34:43



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