Moskau. Auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan bereitet sich die neue Besatzung für die Internationale Raumstation ISS auf einen Rekordflug ins All vor. Statt bisher etwa 48 Stunden sollen die Russen Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie der US-Amerikaner Chris Cassidy in der Nacht zum Freitag nur knapp sechs Stunden unterwegs sein. "Alles ist bereit", sagte Witali Lopota vom Raketenbauer Energija der Agentur Interfax zufolge.

Alles ist bereit  
Der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, zeigte sich demonstrativ gelassen. "Wir haben den Ablauf wiederholt getestet und an unbemannten Transportern ausprobiert", sagte Popowkin. Russland ist nach dem Aus für die US-Space-Shuttles derzeit das einzige Land, das Menschen zum Außenposten der Menschheit in rund 410 Kilometern Höhe transportieren kann.

  Von dem deutlich schnelleren Flug erhofft sich Roskosmos nicht nur weniger Belastung für die Raumfahrer. Auch niedrigere Kosten und Treibstoffmengen spielten eine wichtige Rolle, teilte Roskosmos der Nachrichtenagentur dpa mit. Zudem könnten künftig auch verderblichere Lebensmittel oder Forschungsmaterialien zur ISS transportiert werden. Möglich macht den Rekordflug vor allem ein digitaler Bordrechner, der eine automatische Bedienung der Sojus-Kapsel erlaubt.