Die Sonde "Maven" soll ein Jahr lang unterwegs sein. - © Nasa
Die Sonde "Maven" soll ein Jahr lang unterwegs sein. - © Nasa

Washington. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will mit einer neuen Mission die obere Atmosphäre des Roten Planeten erkunden. Am Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida startete am Montag eine Atlas-Rakete, die die 2,5 Tonnen schwere, unbemannte Sonde "Maven" ins All bringen soll.

"Alles sieht gut aus", meldete die Kontrollstation der NASA kurz nach dem Start. Während ihres einjährigen Einsatzes soll "Maven" in einer Höhe von 6.000 Kilometern um den Mars kreisen und sich dabei dem Roten Planeten mehrfach bis auf 125 Kilometer Entfernung nähern. Von der "Mars Atmosphere and Volatile Evolution-Mission" erhoffen die Forscher Erkenntnisse darüber, wie die Atmosphäre des Planeten so dünn und kalt werden konnte, dass sie kein Leben auf der Oberfläche mehr erlaubte.

Analysen zufolge ist der Marsboden zudem heller als bisher angenommen, wie zwei unabhängige Analysen von Aufnahmen der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" zeigen. Der Boden des Roten Planeten enthält demnach vielerorts Feldspat-reiche Minerale, wie sie zuvor nur auf der Erde und auf dem Mond beobachtet worden sind, wie Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience" berichten. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Marsboden fast ausschließlich aus dichtem, dunklem Basalt besteht.

Kein isoliertes Vorkommen

Die Gruppen um James Wray vom Georgia Institute of Technology und um John Carter von der Europäischen Südsternwarte in Chile hatten mit einem Infrarot-Spektrometer an Bord der Raumsonde mehrere Marsregionen ausfindig gemacht, die feldspatreiches, leichteres Gestein besitzen. Die Entdeckung zeige, dass es sich bei dem kürzlich vom Marsrover "Curiosity" aufgespürten hellen Gestein vermutlich nicht um ein isoliertes Vorkommen handle. Das wiederum lege nahe, dass es auf dem jungen Mars eine umfangreichere Magma-Aktivität gab als angenommen. Feldspat ist normalerweise das Produkt komplexer Magma-Prozesse.