Graz. Wenn unterschiedliche Weltraummissionen Daten über planetare Magnetfelder oder etwa die Plasmaumgebung verschiedener Objekte im Weltraum sammeln, stellt sich späteren Bearbeitern ein Problem: Oft sind die Daten aus verschiedenen Missionen nicht kompatibel. Forscher am IWF Graz entwickeln ein Modell, das die Ergebnisse zusammenführen soll.

Derzeit ist eine Vielzahl verschiedener Weltraummissionen bereits unterwegs bzw. in Vorbereitung: etwa "Venus Express" und "Mars Express" oder "Cluster" und "Themis" für die Erde, "Galileo", "Juno" und "Juice" für Jupiter, Cassini für Saturn oder die "BepiColombo"-Mission, die 2015 zum Merkur starten soll. Die Instrumente und Software sind jeweils individuell gebaut und programmiert, die Sammlung und Verarbeitung der Daten erfolgt durch individuelle Protokolle. Mit der Konsequenz, dass der Vergleich und die Nutzung verschiedener Beobachtungsdaten beinahe unmöglich wird.


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Details zu "IMPEX" (Integrated Medium for Planetary Exploration)
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"IMPEX" soll Daten aufbereiten
Dieser Herausforderung stellt sich ein europaweites Konsortium von Weltraum - und IT-Experten unter Grazer Leitung. Seit 2011 wird unter dem Projektnamen "IMPEX" (Integrated Medium for Planetary Exploration) eine Web-Plattform entwickelt, über welche die bei Weltraummissionen sowie aus theoretischen Modellen gewonnenen Daten aufbereitet, vergleichbar gemacht und der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden können. "Unser Datenmodell wird in großem Maße dazu beitragen, planetare Phänomene zu simulieren und Messungen von Weltraummissionen zu interpretieren", erläuterte Maxim Khodachenko vom Grazer Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in einer Mitteilung. Er koordiniert das Projekt mit Beteiligung finnischer, französischer und russischer Partner.

Konkret sollen die Beobachtungsdaten und Simulationsergebnisse zu sechs Planetenmissionen, zwei Mond- und einer Kometen-Mission direkt miteinander verknüpft werden können. Damit soll es den Wissenschaftern erleichtert werden, Datenlücken zu schließen aber auch beides - Beobachtungen und Simulationen - leichter zu verifizieren.