Cape Canaveral. Vollgepackt mit Nachschub hat der private Raumfrachter "Dragon" am Sonntag an der Internationalen Raumstation ISS angelegt. Dort soll der Transporter der Firma SpaceX etwa vier Wochen bleiben, um dann wiederum schwer beladen zur Erde zurückzukehren.

Die unbemannte Raumkapsel erreichte die ISS um 13.14 Uhr (MESZ), wie auf Liveübertragungen der US-Raumfahrtbehörde NASA zu sehen war. Die Raumsonde war am Freitag mit einer Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abgehoben. Die Entladung erfolgt über das US-Modul Harmony. Die Operation wurde von dem japanischen Kommandant Koichi Wakata und dem US-Astronauten Rick Mastracchio ausgeführt.

"Dragon" transportierte 2,2 Tonnen Nachschub zur ISS, darunter Raumanzüge, Essensvorräte und Material für wichtige wissenschaftliche Experimente an Bord. Eine Neuentwicklung, die nunmehr vorangetrieben werden soll, ist die Zucht von Pflanzen, aus denen sich die ISS-Besatzung später Salate zubereiten sollen. Außerdem soll erforscht werden, warum das Immunsystem von Astronauten in der Schwerelosigkeit geschwächt wird.

Die Trägerrakete samt Raumfrachter "Dragon" schießt in die Höhe. - © NASA/Kim Shiflett
Die Trägerrakete samt Raumfrachter "Dragon" schießt in die Höhe. - © NASA/Kim Shiflett

Helium-Leck

Der Versorgungsflug der Raumkapsel des Unternehmens SpaceX war ursprünglich bereits für Mitte März geplant, hatte sich aber verzögert. Eine Computerpanne auf der ISS hatte den Start gefährdet, außerdem machte ein Helium-Leck an der Trägerrakete Probleme.

Die Privatfirmen SpaceX und Orbital Sciences fliegen für die NASA Nachschub zur ISS, seit die US-Raumfahrtbehörde ihr Shuttle-Programm 2011 nach 30 Jahren eingestellt hat. Der erste Versorgungsflug fand 2012 statt - SpaceX schrieb damals mit der ersten privaten Transportmission zur ISS Raumfahrtgeschichte. Insgesamt soll es zwölf Versorgungsflüge von SpaceX geben. Der Vertrag mit der NASA beläuft sich auf 1,6 Milliarden Dollar (1,15 Mrd. Euro). Nach Einsätzen im Oktober 2012 und im März 2013 ist die derzeitige Versorgungsmission die dritte des Programms.