Washington. Sie sind die beiden am weitesten von der Erde entfernten menschengemachten Objekte: Die Voyager-Zwillinge. Ursprünglich sollte die Mission der Sonden nur vier Jahre dauern, doch jetzt sind sie schon zehnmal so lang unterwegs - und senden munter weiter Daten.

Wie auf langen Reisen üblich, haben die beiden Sonden gute Musik im Gepäck: Den Song Johnny B. Goode der Rock'n'Roll-Legende Chuck Berry, dazu klassische Musik von Bach, Mozart und Beethoven sowie Klänge aus Ländern wie Australien, Bulgarien, Japan und Peru, alles auf goldene Datenträger gepresst. Auch 115 Bilder und Grußbotschaften an Außerirdische in 55 verschiedenen Sprachen sind auf den Datenträgern gespeichert.

"Da die Sonden Milliarden von Jahre halten könnten, könnten diese Datenträger-Zeitkapseln einmal die einzigen verbliebenen Spuren der Menschheit sein", heißt es bedeutungsschwer von der US-Raumfahrtbehörde NASA.

Kosmische Überflieger

Schon von Anfang an war der NASA klar: Die Zwillingssonden Voyager 1 und Voyager 2 gehen auf ganz große Reise, vorbei an den Planeten unseres Sonnensystems und darüber hinaus. Auf vier Jahre war die Mission ursprünglich angelegt, aber am 20. August jährt sich der Start von Voyager 2 (Reisender) schon zum 40. Mal. Am 20. August 1977 war die Sonde gestartet, ihre Zwillingsschwester "Voyager 1" kurz darauf am 5. September - und immer noch fliegen beide durchs All und senden Daten zur Erde. Längst gilt die Mission der beiden "kosmischen Überflieger" als eine der erfolgreichsten NASA-Unternehmungen aller Zeiten.

"Wenige Missionen können je die Errungenschaften der "Voyager"-Sonden erreichen", sagt NASA-Manager Thomas Zurbuchen. "Sie haben uns über die zuvor unbekannten Wunder des Universums aufgeklärt und die Menschheit inspiriert, unser Sonnensystem und alles darüber hinaus zu entdecken."

Rund 20 Milliarden Kilometer ist Voyager 1 inzwischen von der Erde entfernt - so weit wie kein anderes vom Menschen gebautes Objekt. Bei Voyager 2 sind es rund 17 Milliarden Kilometer. "Voyager 1" rast Richtung "Norden" durch das All, ihre Funksignale sind mehr als 17 Stunden zur Erde unterwegs