Salzburg. Folgt man Verdis Diktum, wonach der Kassenreport der einzig wahre Gradmesser für Erfolg sei, weil es dabei nicht um Meinung, sondern um Tatsachen gehe, dann gehen die diesjährigen Salzburger Festspiele tatsächlich als ziemlich erfolgreich durch.

Bei der Abschluss-Pressekonferenz hat das Direktorium erste Zahlen bekanntgegeben: 286.301 Zuschauer haben 280 Veranstaltungen besucht, das ist mehr als je zuvor. Auch die Einnahmen an den Kartenkassen sind rekordverdächtig: Mit 29 Millionen Euro wurden um 2,4 Millionen mehr umgesetzt als angenommen.

Ob die Festspiele heuer im Rahmen des mit 64 Millionen Euro dotierten Budgets bleiben, ist allerdings noch offen. Die Endbilanz wird im November bekanntgegeben. Die Gesamtauslastung der Festspiele lag bei 93 Prozent, 2011 lag sie noch bei 95 Prozent.

Intendant Alexander Pereiras Freude an den Besucherzahlen ist dennoch ungetrübt: "Das beweist, dass wir vieles richtig gemacht haben müssen." Ein weiteres genüssliches Zahlenspiel für Pereira: Der Bund unterstützt die Festspiele bekanntlich mit 5,4 Millionen Euro, während die Festspiele allein 7,5 Millionen Euro Lohnsummensteuer abgeben. "Man kann sagen, die Festspiele subventionieren die Republik und nicht umgekehrt."

"Selbstlob stinkt"

Drei Benefizveranstaltungen haben die Festspiele durchgeführt: Für die Hochwasserhilfe wurden 95.000 Euro lukriert, für humanitäre Syrienhilfe waren es 70.000 und rund 60.000 Euro gingen an integrative Projekte in Bosnien-Herzegowina.

Inhaltlich zeigte sich das Direktorium mehr als zufrieden: "Besonders glücklich bin ich auf den Erfolg zu Pfingsten. Auch auf die ausverkaufte Ouverture Spirituelle und auf die zur Gänze privat finanzierten Programme von El Sistema bin ich stolz", sagt Pereira. "Alles in allem haben wir einen Rekordsommer der Standing Ovations erlebt."

Auch Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf verwies darauf, dass 13 von 14 "Jedermann"-Vorstellungen vom Publikum mit Standing Ovations quittiert wurden. "Ich habe zwar offensichtlich keinen Riecher für die Presse", räumt der medial vielfach kritisierte Schauspiel-Chef ein, "aber fürs Publikum offensichtlich schon. Selbstlob stinkt zwar, aber ich sage das nicht zuletzt für die Mitarbeiter, ohne deren Bereitschaft zur Selbstausbeutung diese Erfolge nicht funktioniert hätten."