"Overkill": Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. - © apa
"Overkill": Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. - © apa

Salzburg. (pat) Die Salzburger Festspiele sind soeben zu Ende gegangen. Das Direktorium vermeldete eine Rekordsaison mit 290.000 Besuchern an 14 Spielorten und 93 Prozent Gesamtauslastung. Für Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) ist damit bereits das Limit überschritten. Jüngst sprach er von einem "Overkill" und einer "Ermüdung der Mitarbeiter und Musiker". Schaden: "Der Frust, der da herrscht, das ist einfach zu viel."

Hohe Verbundenheit

Die Salzburger selbst zeigen sich hingegen mit ihrem wichtigsten Kulturereignis äußerst zufrieden und könnten sich die Stadt ohne die Festspiele gar nicht mehr vorstellen. Tempi passati: Die Schwierigkeiten, die Festspielgründer Max Reinhardt seinerzeit hatte, die Aufführungen in der barocken Altstadt überhaupt ins Laufen zu bringen, sind längst vergessen.

Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Grundlagenforschung (IGF) sind die Festspiele für neun von zehn Befragten wichtig, für jeden Zweiten sogar "enorm wichtig". Zwei Drittel der Salzburger würden es bedauern, sollte es die Festspiele nicht mehr geben, fast die Hälfte sogar sehr. "Diese Werte zeigen den hohen Grad an Verbundenheit der Bevölkerung mit den Festspielen", so IGF-Geschäftsführerin Ernestine Depner-Berger.

Lob für Pereira

Insbesondere die Stadtbevölkerung nutzt das Angebot: 29 Prozent haben eine Aufführung oder Generalprobe besucht, jeder Dritte war bei einer Übertragung auf dem Kapitelplatz und 44 Prozent aller Befragten haben etwas von den Festspielen im Fernsehen gesehen oder darüber in der Zeitung gelesen. Immerhin 32 Prozent haben vom Festspiel-Rummel rein gar nichts mitbekommen.

Anders als die Politik und das Festspiel-Kuratorium stellen die Bewohner auch Intendant Alexander Pereira ein gutes Zeugnis aus: Für fast jeden Dritten ist die Qualität der Festspiele im Vergleich zu früheren Jahren gestiegen, rund 60 Prozent finden sie gleichbleibend gut und nur 13 Prozent orten sinkende Qualität. Mehr als zwei Drittel bewerteten das Programm sehr gut oder gut.