• vom 30.08.2017, 16:46 Uhr

Salzburger Festspiele

Update: 30.08.2017, 16:52 Uhr

Konzertkritik

Anne-Sophie Mutter, reif für die Geigen-Insel




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Von Reinhard Kriechbaum


    Von einem Glücksfall der Musikgeschichte zu sprechen wäre übertrieben. Aber dass sich die deutsche Geigerin Anne-Sophie Mutter und der polnische Komponist Witold Lutosławski in den 1980er Jahren über den Weg gelaufen sind, war gut für beide Seiten. 1986 hat die Geigerin Lutosławskis "Chain 2" uraufgeführt, einen "Dialog" für Violine und Orchester. Dem Wunderkind-Alter war sie schon entwachsen, aber immer noch sehr jung und sehr gefragt auf den Podien. So erinnerte sich Lutosławski (1913-1994) an ein Stück, eine Partita für Violine und Klavier, das er in Hinblick auf Aufführungen durch Mutter für Orchester umarbeitete. Und um "Chain 2" und die "Partita" als Geigenkonzert aneinanderzubinden, hat der Pole ein verbindendes "Interlude für Orchester" komponiert.

    55 Minuten altersreifer Lutosławski mit geigerischer Verführung - gut für Mutter und auch für Manfred Honeck am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra im letzten Orchesterkonzert des Salzburger Sommers. Die beiden für sie und ihren Ton maßgeschneiderten Soloparts passen der Geigerin logischerweise wie eine zweite Haut. Zur Partita könnte einem einfallen: Reif für die Insel! Immer wieder führt das Soloinstrument ein Inseldasein, zieht sich das Orchester zurück. Programme mit heftigen Kontrasten hatten in den Konzerten dieses Sommers System, auch hier: Danach die "Pathetique" von Tschaikowski - warum nicht? Honeck hat die Streicher "europäisch" überformt, auch manche Holzbläserbeiträge muteten weicher an, als man es von einem US-Orchester erwartet. Insgesamt eine in den Tempi sehr variable, mutig romantisierende Wiedergabe.

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    Pittsburgh Symphony Orchestra

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-08-30 16:51:03
    Letzte nderung am 2017-08-30 16:52:55




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