• vom 19.07.2018, 12:56 Uhr

Salzburger Festspiele

Update: 19.07.2018, 14:06 Uhr

Musiktheater

Ein Opernparcours vom Beginn bis zum Heute




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Von WZ Onlnie, APA

  • Fünf Neuinszenierungen plus die Wiederaufnahme von den Pfingstfestspielen geplant.

Franz Welser-Möst wird Salome dirigieren. 

Franz Welser-Möst wird Salome dirigieren. © Michael Pöhn Franz Welser-Möst wird Salome dirigieren. © Michael Pöhn

Salzburg. Den Premiereneinstand bei den heurigen Festspielen gibt mit Mozarts "Zauberflöte" am 27. Juli gleich einer der Hausgötter, wobei man mit der gebürtigen Amerikanerin Lydia Steier (Jahrgang 1978) eine ebenso junge wie ausgewiesene Opernexpertin engagiert hat, die bereits Arbeiten an der Semperoper, der Komischen Oper Berlin und nicht zuletzt unter Markus Hinterhäuser bei den Wiener Festwochen 2015 mit Händels "Jephta" vorweisen kann. Steier plant die Einbettung der "Zauberflöte" in eine Rahmenhandlung rund um eine reiche Wiener Familie, in der die Geschichte den drei Knaben von ihrem Großvater erzählt wird. Und mit Größen wie Matthias Goerne als Sarastro, der bereits 1999 als Papageno in Salzburg zu hören war, oder Albina Shagimuratova als Königin der Nacht - einer Rolle, die sie bei den Festspielen bereits 2008 sang, - kann Steier auf routinierte Kräfte zurückgreifen.

Salome" in der Felsenreitschule

Tags darauf wird es ungleich tragischer, wenn Regieikone Romeo Castellucci seine "Salome" in der Felsenreitschule vorlegt. "Minimal", wenn auch nicht minimalistisch solle sie werden, kündigte der 57-Jährige an. Ihn interessiere das Verhältnis des Begehrens zur Macht, wobei er eine "Salome" ohne einen Tropfen Blut anstrebe. Weniger blutarm dürfte es ihm Graben zugehen, wenn Strauss-Experte Franz Welser-Möst die Wiener Philharmoniker durch den Abend führt.

Nach einer Woche musiktheatraler Premierenpause schwenkt man dann am 5. August vom deutschen zum russischen Repertoire und lässt im Festspielhaus Tschaikowskis "Pique Dame" von Regieveteran Hans Neuenfels gestalten, der 2001 letztmals eine Inszenierung in Salzburg vorlegte. Für die musikalische Gestaltung der Spieleroper zeichnet nach seinem Operndebüt an der Salzach im Vorjahr erneut Mariss Jansons verantwortlich, wobei den beiden erfahrenen Herren mit einem Ensemble um Brandon Jovanovich als Hermann und Evgenia Muraveva als Lisa Sänger zur Verfügung stehen, die bereits im Vorjahr bei der "Lady Macbeth von Mzensk" unter Jansons zu hören waren.

 Abschluss des Premierenreigens

Am 12. August springt man dann historisch an den Beginn der Oper und feiert im Haus für Mozart mit Monteverdis "L'incoronazione di Poppea" eines der frühesten Werke des Genres. Ihn reize das Unmoralische des Stücks, das zeige, dass wir heute die gleichen Diskussionen wie vor 400 Jahren führten, umreißt Theaterregisseur Jan Lauwers sein Konzept für die Inszenierung, die nicht zuletzt dank der Interpreten Außergewöhnliches verspricht. Während William Christie seine Les Arts Florissants durch den Abend leitet, sind auch mit Sonya Yoncheva oder Marcel Beekman Kenner des Fachs verpflichtet.

Den Abschluss des Premierenreigens begeht man dann am 16. August mit Hans Werner Henzes "The Bassarids", die 1966 in Salzburg uraufgeführt wurden und für die Spezialist Kent Nagano den Taktstock schwingen wird. Als Experte für psychologische Abgründe übernimmt der Pole Krzysztof Warlikowski die Regie des Stücks nach Euripides, in welchem der Kontrast von Vernunft und Exzess im Mittelpunkt steht.

Hinzu kommt am 11. August die Wiederaufnahme von Cecilia Bartolis "L'italiana in Algeri" von den Pfingstfestspielen, der sich noch zwei konzertante Projekte beigesellen. Am 14. August feiert man den Jahresjubilar Gottfried von Einem mit seinem 1953 bei den Festspielen uraufgeführten "Prozess", wobei Komponistenkollege HK Gruber bei der einmaligen Aufführungen das RSO dirigieren wird. Und am 23. August erklingt Bizets "Pecheurs de perles" mit der Starbesetzung um Aida Garifullina und Placido Domingo im Festspielhaus.





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Dokument erstellt am 2018-07-19 13:56:56
Letzte Änderung am 2018-07-19 14:06:45



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