• vom 21.08.2018, 16:55 Uhr

Salzburger Festspiele

Update: 21.08.2018, 17:57 Uhr

Konzertkritik

Universale Emotionen in nationalen Klängen




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Von Oliver Schneider


    Nicht mehr mit den Berliner Philharmonikern, sondern jetzt als Chef des London Symphony Orchestras war Simon Rattle an zwei Abenden zu Gast in Salzburg. Den zentralen Programmpunkt des ersten Konzerts am Montag im Großen Festspielhaus bildete zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein dessen Zweite Symphonie für Klavier und Orchester "The Age of Anxiety". Bernstein komponierte sie in Erinnerung an die Gräuel des Zweiten Weltkriegs. Als Mischung aus den musikalischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert steht sie exemplarisch für Bernsteins Personalstil. Rattle durchleuchtete die Vielschichtigkeit der zwei Teile zwischen Trauer und Hoffnung akribisch und emotional. Krystian Zimerman am Klavier war einmal zu nobler Zurückhaltung, ein anderes Mal zu attackierenden Einsätzen aufgefordert. Im zweiten Teil zeigte er, dass ihm auch der Jazz im Blut liegt. Das Publikum jubelte.

    Mit der zweiten Serie der Slawischen Tänze op. 72 von Antonín Dvořák ging es zurück in die Alte Welt, bei denen die Londoner in dem Wechsel zwischen schmissigen und melancholischen Tänzen auf Rhythmen aus Osteuropa einen satten, warmen Streicherteppich ausrollten.

    Information

    London Symphony Orchestra
    Krystian Zimerman (Klavier), Simon Rattle (Dirigent)

    Blech- und Holzbläser bewiesen ihre Klangkultur schließlich in der Sinfonietta von Leoš Janáček. Die strahlende Fanfarenmelodik im ersten Satz und am Ende des Werks mit unter anderem neun Trompeten verfehlte auch im Großen Festspielhaus ihre Wirkung nicht. Eine Wonne waren die mit den Streichern kontrastierenden Holzbläser im zweiten Satz mit seinen flächigen Strukturen.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-08-21 17:05:48
    Letzte Änderung am 2018-08-21 17:57:19



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