Nach der Neunten Symphonie in der Felsenreitschule sind Teodor Currentzis und seinen Musikerinnen und Musiker aus Perm für den Rest ihres Salzburger Beethoven-Zyklus ins intimere Mozarteum umgezogen. Aber auch der große Saal dort birgt seine Tücken, die sich in den Konzerten am vergangenen Freitag und Sonntag mit der Dritten und der Fünften schonungslos offenbarten. Zu massiv war der Klang, einiges gut Überlegte ging leider unter. An diesem Mittwoch bei der Sechsten und der Vierten war die Balance deutlich besser.

Bei Currentzis’ Interpretationen sitzt man von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt auf der Stuhlkante. Auf Momente der Entspannung wartet man allerdings meist vergeblich. Eine positive Überraschung boten deshalb die ersten beiden Sätze der Sechsten. Currentzis reihte mit innerer Ruhe die allmählich sich in der Dichte steigernden Klangflächen im einleitenden Allegro aneinander. Nichts blieb in der Szene am Bach im Wasser und am Ufer verborgen. Sehr derb ging es dann bei den Landleuten im Scherzo zu, wozu auch kräftig gestampft wurde. Das Gewitter entlud sich erwartungsgemäß mit voller Wucht. Nur sollte die kurze Eintrübung wieder zur anfänglichen Ruhe zurückfinden - das tat sie aber leider nicht.

Die Vierte nach der Pause litt in den schnellen Sätzen unter den überforderten Holzbläsern, vor allem im dritten. Überzeugend war wieder das Adagio, in dem Beethovens Farb- und Instrumentationsnuancen plastisch hervortraten. Die Interpretation hätte mit deutlicheren dynamischen Kontrasten noch gewonnen.